Im Radio : Merkels Schönheit

Philosoph Peter Sloterdijk und der Schriftsteller Martin Walser sprechen im Kulturradio über Schönheit, die im Auge des Betrachters liegt.

Tom Peuckert

Vor kurzem haben sich der Philosoph Peter Sloterdijk und der Schriftsteller Martin Walser in einem Berliner Theater getroffen. Unter dem raumgreifenden Titel „Mehr als schön ist nichts. Über den Zustand der Welt“ haben die beiden Herren öffentlich über das Schöne geredet. Über Schönheit, die im Auge des Betrachters entsteht, über die Möglichkeit eines schönen Lebens und die deutsche Neigung, selbiges zu verteufeln. Sogar auf die Schönheit Angela Merkels kam man zu sprechen (Kulturradio vom RBB, 28. November, 22 Uhr 04, UKW 92,4 MHz).

Die Figuren des Hörspiels heißen Fein, Freund und Grimm. Sie entstammen nicht dem deutschen Hausmärchen, sondern sind das Personal eines Ehedramas mit kriminellem Hintergrund. Kein Geringerer als Theo Lingen hat die Geschichte des streitenden Ehepaares Fein, das von den Anwälten Freund und Grimm juristisch beraten wird, vor 40 Jahren geschrieben und fürs Radio inszeniert. Natürlich geht es komödiantisch zu, wenn im Hörspiel „Fein gegen Fein“ der Ehekrach zelebriert wird und sich der Autor dezent näselnd einmischt (Kulturradio vom RBB, 29. November, 22 Uhr 04, UKW 92,4 MHz).

Es ist nur ein kleines physiognomisches Detail, was Mr. Sampson, den Angestellten einer Londoner Versicherung, argwöhnisch macht. Ein Mann namens Slinkton, der in seinem Kontor erscheint, um Formulare für eine Lebensversicherung abzuholen, trägt einen provozierend akkuraten Mittelscheitel. Viel zu glatt für einen guten Menschen, denkt sich Sampson und behält den Kunden von da an im Auge. Ob er Recht hat mit seinem Misstrauen, verrät Charles Dickens’ Kriminalgeschichte „Zur Strecke gebracht“ (Deutschlandfunk, 30. November, 0 Uhr 05, UKW 97,7 MHz).

Als der gestürzte Staatschef Honecker in Deutschland keine Freunde mehr hatte, bot man ihm Zuflucht auf fernen Kontinenten. Er ging zu seinen Genossen nach Chile, aber er hätte auch nach Namibia gehen können. Dort regierte Präsident Sam Nujoma, der Honecker viel verdankte. Rosie Fügleins Feature „Honeckers langer Schatten“ erzählt die Geschichte einer politischen Männerfreundschaft im Kalten Krieg. Die DDR unterstützte den namibischen Unabhängigkeitskampf gegen Südafrika mit Geld, Waffen, Öffentlichkeit (Deutschlandradio Kultur, 30. November, 18 Uhr 05, UKW 89,6 MHz). Tom Peuckert

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