Im RADIO : Scharlatane, Rabenmütter

Der verlorene Zauber der Welt, Wochenendmütter und Trennungskinder, der Gefährte der Nacht - was man im Radio nicht verpassen sollte.

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Weil wir immer vernünftiger werden, hat der Soziologe Max Weber geschrieben, verliert die Welt ihren geheimnisvollen Zauber. Wo Aufklärung herrscht, stirbt die Hoffnung auf Wunder. Nicht alle Menschen sind darüber glücklich. Tina Klopps Feature „Wunsch nach Verzauberung“ interessiert sich für unser Bedürfnis nach dem Irrationalen. Fantasy-Literatur boomt, esoterische Heiler haben Zulauf, magisches Denken durchzieht unseren Alltag. Steckt nur fehlgeleitetes Bewusstsein dahinter? Bloß Scharlatanerie und Abzocke? Oder doch eine Art menschliches Grundbedürfnis? Ein Feature über den Glauben in einer ungläubigen Gesellschaft (Deutschlandfunk, 26. Juni, 20 Uhr 10, UKW 97,7 MHz).

Zwei Paare haben Jahrzehnte ihres Lebens glücklich miteinander verbracht. Doch am Lebensende scheint alles Lug und Trug gewesen zu sein. In Iwan Wyrypajews Hörspiel „Illusionen“ offenbaren vier Lebenspartner einander immer neue Varianten der Täuschung und Selbsttäuschung. Haben sie das innige Miteinanderleben bloß simuliert, waren alle Gefühle nur vorgegaukelt? Wyrypajews Hörspiel ergänzt den unendlichen Diskurs über die Liebe um eine bitterböse kleine Geschichte. Gibt es Treue nur im Märchen? Ist jede Liebe Illusion? (Kulturradio vom RBB, 28. Juni, 14 Uhr 04, UKW 92,4 MHz)

Bei einer familiären Trennung verlässt der Vater die gemeinsame Wohnung, die Kinder bleiben in der Obhut der Mutter. Das ist die Regel, für die es scheinbar gute Gründe gibt. Wibke Bergemanns Feature „Tabubruch“ erzählt von den Ausnahmen. Die Mutter zieht fort, wird zur Wochenendmutter. Zur Rabenmutter, wie die öffentliche Meinung sofort mutmaßt. Was bewegt Frauen zu diesem Schritt? Wie funktioniert Patchwork andersherum? Wird die Teilzeitmutter hierzulande Ausnahme bleiben oder werden die Rollen innerhalb der Familie tatsächlich immer flexibler? (Deutschlandradio Kultur, 29. Juni, 19 Uhr 30, UKW 89,6 MHz)

Im Himmelstheater spielt der Mond eine bescheidene Rolle. Er ist der freundliche Begleiter, die poetische Lichtgestalt, deren Kommen und Gehen uns an den Kreislauf des Lebens erinnert. Aber das ist natürlich nur die halbe Wahrheit. Steffi Mannschatz’ Feature „Schöner, stiller Gefährte der Nacht“ berichtet über Mondforschung in Geschichte und Gegenwart. Wie die mexikanischen Ureinwohner mit dem Mond kommunizierten, was die Biologen über die Mondrhythmen unseres Körpers wissen, warum immer mehr Menschen ihr Alltagsleben nach dem Mond ausrichten (Kulturradio vom RBB, 1. Juli, 22 Uhr 04).

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