Im RADIO : Vom Erben und Stottern

Was Sie diese Woche im Hörfunk nicht verpassen sollten

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Ein bittersüßer Aspekt des Familienlebens ist das Erben. Einerseits muss ein naher Verwandter sterben, damit geerbt werden kann. Andererseits ist der glücksstrahlende Erbe eine lebensnahe Figur. Eine ganze Radionacht lang beleuchten Ingeborg Breuer und Peter Leusch unter dem Titel „Wem schlägt die Stunde?“ ökonomische, juristische und psychologische Fragen des Erbens. Bankkonten, Traumhäuser und Aktienpakete werden durch die Zeit gereicht. Wir erben die Gene unserer Eltern, ihre sozialen Erfahrungen. Oft quält sich der Erblasser zu Lebzeiten mit der Frage, wie er seinen letzten Willen gerecht formulieren kann (Deutschlandradio Kultur, 28. August, ab 0 Uhr 05, UKW 89,6 MHz).

Wer in Deutschland einen Polizisten Dummkopf nennt, muss mit harter Strafe rechnen. Dagegen sind Karikaturisten und andere kunsttreibende Spötter durch Paragrafen geschützt. Was hier ein veritabler Straftatbestand ist, gilt dort nur als besonders gelungene Pointe. Rolf Cantzens Feature „Die hohe Kunst der Beleidigung“ erzählt von den feinen Unterschieden im Reich des Schimpfens und Schmähens (SWR 2, 29. August, 14 Uhr 05, Kabel UKW 107,85 MHz).

Der große Theatermann Einar Schleef war im Privatleben ein Stotterer. Auf der Bühne dagegen hatte er ein ungeheures Gespür für die Ausdrucksmöglichkeiten der Sprache, ein suggestiver Rhetoriker. In ihrem Feature „Redefluss mit Stromschnellen“ erzählt Ulrike Klausmann eine kleine Kulturgeschichte des Stotterns. Wie der Stotterer in der Populärkultur zum Trottel oder Lügner gemacht wird. Wie sprachbehinderte Künstler gerade von ihrem Handicap zu außergewöhnlichen Leistungen animiert werden (Deutschlandfunk, 29. August, 20 Uhr 05, UKW 97,7 MHz).

In Hamburg wird die Leiche einer Frau gefunden. Alles deutet darauf hin, dass sie vor ihrem Tod gefoltert wurde. Böse Politik oder böser Sex? Das ist die Frage, mit der sich die Ermittler in Marina Heibs Krimi „Eisblut“ herumschlagen. Dass der Chefermittler und seine Profilerin gerade eine unglückliche Liaison hinter sich haben, macht die Arbeit nicht einfacher (Deutschlandradio Kultur, 30. August, 0 Uhr 05).

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