Im RADIO : Von Sibirien über Israel in den Kongo

Tom Peuckert verrät, was Sie nicht verpassen sollten

Tom Peuckert

Nun ist Sommer und der Mensch reist in die Ferne. Während der gewöhnliche Tourist einen sicheren Hafen bevorzugt, zieht es die Radiomacher auch an weniger gemütliche Orte. Elfie Siegl hat sich im sibirischen Magadan umgesehen. Eine Stadt im äußersten Osten Russlands. Hier landeten einst Gulag-Häftlinge nach wochenlangem Transport, hier betraten sie den Binnenkreis der Hölle, wie ihn Solschenizyn beschrieben hat. Wer lebt heute an einem Ort, dessen Klima Strafe an sich darstellt? Im Feature „In den Wäldern Sibiriens“ hören wir Gulag-Überlebende, Sibirien-Liebhaber und sogar Zugereiste aus Amerika (Kulturradio, 18. Juli, 19 Uhr 04, UKW 92,4 MHz).

Jochanan Shelliem

ist nach Israel gefahren. Auch der gewöhnliche Nachrichtenkonsument ahnt, dass der israelische Staat heute in einer schweren Krise steckt. Das Land scheint von immer mehr zornigen Feinden umgeben, die nur durch eine hochgerüstete Militärmaschine in Schach gehalten werden. Im Feature „Die Einsamkeit des Siegers“ erzählt Shelliem von einer verfahrenen geopolitischen Lage, aber auch von der Militarisierung im Inneren der Gesellschaft. (SWR 2, 19. Juli, 20 Uhr 03, Kabel UKW 107,85 MHz).

„America The Beautiful“ nennt Michael Kleff seine Lange Radionacht, die ein aktuelles und zugleich intimes Stimmungsbild aus den USA gibt. Seit Jahren wird Amerika von konservativen Politikern regiert, die ihr Land vor allem als imperiale Supermacht definieren. Man preist alte uramerikanische Tugenden, hat aber im globalen Dschungel längst die Orientierung verloren. Kleff spricht mit USA-Experten aller Art über eine Nation zwischen Hypermacht und Ohnmacht (Deutschlandradio Kultur, 21. Juli, 0 Uhr 05, UKW 89,6 MHz).

Alexa Hennings

war in Mecklenburg. Einerseits eine schöne deutsche Landschaft, in der man gerne Urlaub macht. Andererseits eine Region mit schweren Wirtschaftsproblemen. Schon vor hundert Jahren sind Menschen aus Mecklenburg ausgewandert, weil die Heimat sie nicht ernähren konnte. Hennings Feature „Tschüss denn …“ erzählt von zwei Mecklenburger Familien, die im Sommer 2006 ihre Koffer packen. Man zieht in den Westen oder sogar bis nach Norwegen, um Arbeit und Glück zu finden. (Deutschlandradio Kultur, 21. Juli, 18 Uhr 05).

Autor Georg Roloff ist bis ins innere Afrika gereist. Die Republik Kongo hat kriegerische Jahrzehnte hinter sich, doch seit den letzten Wahlen scheint sich alles zum Besseren zu wenden. In Kongo befindet sich auch das zweitgrößte Regenwaldgebiet der Erde, das nun industriell genutzt werden soll. Internationale Holzkonzerne haben sich in Stellung gebracht, doch sie stoßen auf erbitterten Widerstand der Ureinwohner. Das Feature „Die Stimmen der Pygmäen“ dokumentiert den Zusammenprall zwischen globalkapitalistischen Wirtschaftsinteressen und einer regionalen Kultur mit ihren traditionellen Besitzansprüchen (Deutschlandfunk, 24. Juli, 19 Uhr 15, UKW 97,7 MHz).

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