Im RADIO : Zu allen Zeiten: Mord und Totschlag

Tom Peuckert verrät, was Sie nicht verpassen sollten

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Von Jules Verne haben wir gelernt, dass die fantastischen Welten nicht erst hinterm Mond beginnen. Auch tief im Leib der Erde warten spektakuläre Abenteuer. Wer sich einst als begeisterter Leser mit dem kauzigen Professor Lidenbrock und seinem Neffen Axel auf „Die Reise zum Mittelpunkt der Erde“ machte, wird auch die dreiteilige Hörspielfassung des berühmten Romans mögen. Noch einmal steigen Lidenbrock, Axel und der isländische Jäger Hans in den Krater des Vulkans Snäfields Yokul, um im Erdinneren die unglaublichsten Dinge zu erleben (Kulturradio vom RBB, 2. April, 14 Uhr 04; Fortsetzung am 4. und 5. April, jeweils 14 Uhr 04, UKW 92,4 MHz).

Eigentlich kennen wir Johann Sebastian Bach als mustergültigen Charakter. Schaffensfroher Künstler, treusorgender Familienvater, verdienter Musikpädagoge. Aber nun lässt Autor Torsten Enders den Maestro unter Mordverdacht geraten. In Leipzig ist der Stadtmusicus Reiche tot aufgefunden worden. Der Trompeter gehörte zu den Lieblingen des berühmten Thomaskantors, hat in dessen Kompositionen große Soli gespielt. Doch zuletzt gab es Streit, wegen mangelnder Leistungen Reiches. Ging Bach für seinen künstlerischen Aufstieg tatsächlich über Leichen? Enders Krimi „Bachs Reiche“ verrät, ob wir unser Bild des großen Mannes korrigieren müssen (Deutschlandfunk, 3. April, 0 Uhr 05, UKW 97,7 MHz).

Die junge Florinde ist ein echtes Kind des Mittelalters. Sie lebt auf einer Ritterburg und soll später mal ein galantes Burgfräulein werden. Das heißt vorerst alle Tage Latein und Französisch lernen, dazu Unterricht im Dichten, Tanzen und Fidelspielen. Florinde ist es gar nicht so unrecht, wenn nun ein Abenteuer dazwischenkommt. Der Burgbrunnen ist vergiftet worden, laut einer alten Sage kann nur das magische Einhorn die Quelle wieder genießbar machen. Das preisgekrönte Hörspiel „Das wunderbare Abenteuer der Florinde vom Hohenfels“ von Susanne Friedmann und George K. Berres erzählt, wie Florinde ganz allein in den Zauberwald aufbricht, um so ein scheues Fabelwesen zu fangen (Deutschlandradio Kultur, 4. April, 14 Uhr 04, UKW 89,6 MHz).

Im September 1985 herrscht bei der Polizei in Thüringen höchste Alarmstufe. Ein sowjetischer Soldat ist aus seiner Kaserne verschwunden, mitgenommen hat er eine Maschinenpistole und reichlich Munition. In der DDR gibt es keine privaten Schußwaffen, die Staatsmacht hat keine Erfahrung mit bewaffneten Widersachern. Umso größer ist nun die Nervosität bei den Verantwortlichen. Eine chaotische Treibjagd auf den Flüchtigen beginnt, bei der Polizei, Stasi und Sowjettruppen gerade jene tödliche Gewalt erzeugen, die sie doch um jeden Preis verhindern wollen. Die spannende Dokumentation „Tot oder lebendig“ von Marie A. Vater erzählt mit den Stimmen damals beteiligter Polizisten einen Albtraum aus der späten DDR (Deutschlandfunk, 6. April, 19 Uhr 15).

In Ghanas Hauptstadt Accra gibt es ein Armenviertel, das wird von seinen Bewohnern nur Sodom und Gomorrha genannt. Wichtigste Erwerbsquelle ist die Gewinnung von Edelmetallen aus europäischem Elektronikschrott. Das Feature „Kinder von Sodom und Gomorrha“ von Jens Jarisch erzählt die wahre Geschichte hinter diesem Schreckensort. Sodom gehört zu den Schauplätzen einer globalen Wirtschafts- und Umweltkriminalität. Hier lässt sich besonders gut verstehen, warum viele junge Afrikaner von Europa träumen und ihr Leben in den Migrationsströmen riskieren. Das eindrucksvolle Feature dokumentiert den Alltag der Ärmsten in Afrika (Deutschlandradio Kultur, 7. April, 0 Uhr 05).

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