Medien : In aller Freundschaft

Alte Schulkameraden suchen, neue Gleichgesinnte fürs eigene Hobby finden – was die neuen Internet-Gemeinschaften bieten

Leila Knüppel,Kurt Sagatz

Starke Gemeinschaften hatten schon immer Vorteile. Eine der stärksten InternetCommunitys ist das amerikanische Webseitenportal Myspace, das es auf 100 Millionen Mitglieder bringt. Auch in Deutschland engagieren sich immer mehr Nutzer in solchen Internetgemeinschaften. Hier können sie sich – meist kostenlos oder gegen eine geringe monatliche Gebühr – über gemeinsame Freizeitinteressen und Hobbys austauschen, alte Freundschaften pflegen und neue knüpfen oder sich über Neuigkeiten in ihrem Beruf informieren. Wir sagen Ihnen, wie Sie den größten Nutzen aus den Internet-Communitys ziehen.

KLASSENTREFFEN IM INTERNET

Mit fast 4,5 Millionen eingetragenen Ehemaligen an 72 000 Schulen ist Stayfriends Deutschlands größtes Portal für alte und junge Schulfreunde, die Kontakt suchen oder halten wollen. Den schnellsten Start erlaubt die Seite über den Navigationspunkt „Schulen“. Über Bundesland, Stadt, Schulart ist die eigene Schule rasch gefunden. Nach Abschlussjahrgängen sortiert sieht man, welche ehemaligen Mitschüler sich bereits bei Stayfriends registriert haben und ob es sinnvoll sein kann, sich ebenfalls per kostenloser Registrierung einzutragen, um von anderen gefunden zu werden. Danach ist es möglich, Kontakt zu anderen aufzunehmen, um beispielsweise ein Klassentreffen zu organisieren. Eine sehr schöne Funktion dazu ist das interaktive Klassenfoto. Mehr dazu auf www.stayfriends.de, www.passado.com, www.schulfreundfinder.de und www.wobistdu.com.

STUDIEREN GEHT ÜBER PROBIEREN

Über die Studentenseite www.studivz.net können sich Studenten verschiedenster Universitäten austauschen. Die Funktionen des Studi-Verzeichnisses sind jedoch nur angemeldeten Mitgliedern zugänglich. In der Suchmaske wird nach Kategorien wie Hochschule, Studienfach oder Freizeitinteresse gesucht. Dem Gesuchten kann dann eine Nachricht geschrieben oder er kann eingeladen werden, Freundschaft zu schließen. Genau wie bei allen Internetgemeinschaften kann auch im Studi-Verzeichnis eine eigene Profilseite angelegt werden: Hierzu trägt der Nutzer Angaben zu sich und seinem Studium in ein Formular ein. Außerdem lassen sich beispielsweise die Namen der über das Studi-Verzeichnis gewonnenen Freunde auf der Seite anzeigen, und andere Mitglieder können auf einer sogenannten Pinnwand Nachrichten für einen hinterlassen. Die Internetseite ist leicht zu bedienen und angenehm einfach strukturiert. Die Teilnahme ist kostenlos. Das vor knapp zwei Jahren gegründete Studi-Verzeichnis hat mittlerweile über 500 000 Mitglieder.

AUS FREUDE AM HOBBY

Kaum ein anderes Hobby ist so mit der digitalen Welt des Internets kompatibel wie die Fotografie. In Deutschland tauschen sich die Hobbyfotografen besonders gern in der Community des Magazins „View“ (http://view.stern.de) aus, einem Schwestertitel des bekannten Magazins „Stern“. Das Fotoportal dient zugleich dazu, die besten eigenen Bilder anderen Fotografen zu präsentieren und sich von anderen Fotografen inspirieren zu lassen. Wichtig: Nur mit den richtigen Kategorien werden die hochgeladenen Fotos auch gefunden. Und: In Kontakt zu anderen Nutzern kommt man über Fotobewertungen, ruhig auch per direkter Mail. Dies gilt auch für andere Gemeinschaften wie www.fotocommunity.de.

FÜR TEENAGER UND MUSIKLIEBHABER

Das große amerikanische Netzwerk Myspace gibt es seit einigen Wochen auch in deutscher Sprache. Über die Adresseingabe www.myspace.com gelangt man direkt dorthin. Dieses Internetportal bietet viele verschiedene Möglichkeiten, ist allerdings für Neulinge etwas unübersichtlich. Über die Startseite lassen sich – bereits ohne Registrierung – unterschiedliche Suchfunktionen nutzen: Unter dem Stichpunkten Stöbern oder Suchen kann nach Myspace-Mitgliedern geforscht werden. Es können dabei bestimmte Kategorien wie Schule oder Alter angegeben oder ein beliebiger Suchbegriff eintragen werden. In dem Bereich Musik können Internetnutzer nach Bands suchen, die eine eigene Seite bei Myspace eingestellt haben. Von Techno über Rock bis hin zu Jazz – Musikgruppen fast aller Genres sind hier zu finden. Viele Lieder können auf den Seiten der jeweiligen Musikgruppe probegehört, einige heruntergeladen werden. Außerdem geben die Musiker auf ihren Profilseiten Auskunft über baldige Konzerte. Wer sich bei Myspace anmeldet, kann auch eigene Videos und Musik hochladen und seine Profilseite umfangreich gestalten. Aufgepasst werden sollte hierbei allerdings, dass kein urheberrechtlich geschütztes Material verwendet wird.

FREUNDE ZUM FRÜHSTÜCKEN

Der Frühstückstreff www.fruestueckstreff.net verbindet reale Treffen und Internetkontakte miteinander – für alle, die nicht nur in der Cyberworld leben und außerdem nicht alleine frühstücken möchten. In über 50 Städten verabreden sich die Mitglieder des Frühstückstreffs zum gemeinsamen Essen. Bis zu 30 Personen sitzen dann an einem Tisch und lernen sich so kennen. In Berlin trifft sich der Frühstückstreff regelmäßig am ersten Sonntag des Monats in verschiedenen Cafés. Die Nutzung der Internetseite und die einfache Mitgliedschaft im Frühstückstreff sind kostenlos, für Essen und Getränke zahlt jedes Mitglied selbst.

NICHT NUR FÜRS BUSINESS

Die Plattform www.openbc.com möchte Unternehmer, Angestellte und Freiberufler zusammenführen. Vom „Deutschen Industrieverband für Seniorenwirtschaft“ bis zum „Gruppenverband der deutschen Kosmetikerinnen“ – für beinah jede Berufsgruppe gibt es beim Open Business Club Foren. Sie funktionieren ähnlich wie ein Schwarzes Brett. Ein Mitglied stellt eine Frage oder problematisiert ein Thema, das ihn interessiert. Andere Mitglieder können ihm dann antworten. Frage und Antworten sind für alle einsehbar. Da es beim Open Business Club längst nicht mehr nur um Geschäftskontakte geht, finden sich auch viele Foren zu Themen wie Radfahren, Schießsport, Reiten oder Leichtathletik. Das 2003 in Hamburg gegründete Unternehmen hat weltweit über 1,5 Millionen Mitglieder, viele davon in Deutschland. Der Eintritt beim Open Business Club ist frei, es gibt daneben aber auch einen kostenpflichtigen Premiumbereich.

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