Medien : Innovation jetzt!

Gruner + Jahr investiert in Inhalte für die Zeit nach der Medienkrise

Ulrike Simon

Diese Woche gehört Bertelsmann und seinem Tochterverlag Gruner + Jahr (G+J). Nach dem traditionellen Essen am Montag, dem Vorabend von Bertelsmanns Bilanz-Pressekonferenz, an der auch G+J-Vorstandschef Bernd Kundrun teilnahm, machte Kundrun am Dienstagabend in Berlin noch einen Abstecher als Gastredner bei der ersten gemeinsamen Veranstaltung von media.net berlinbrandenburg und Hamburg.net. Dabei verriet Kundrun bereits, was er offiziell erst am Donnerstag bei der Jahrespressekonferenz seines Verlages präsentieren will: die Strategie von G+J, um nach dem Ende der Medienkrise „gut aufgestellt" durchzustarten.

„Innovation now!" lautet Kundruns Rezept. Auf die Sparwelle bei G+J, die dazu führt, dass Kundrun am Donnerstag trotz Anzeigenflaute einen um 28 Millionen Euro höheren Gewinn, nämlich 226 Millionen Euro, verkünden kann, soll 2003 eine „Innovationsoffensive" folgen. Einen großen Teil dieses Gewinns wird G+J in die Entwicklung neuer Zeitschriften stecken, sagte Kundrun am Dienstag. Er erläuterte damit die Äußerung von Bertelsmann-Chef Gunter Thielen vom Dienstagmorgen, das Entwicklungsbudget von G+J sei 2003 besonders hoch, um in Inhalte zu investieren.

Zwei Wege beschreitet G+J: Kundrun will einerseits weitere Ableger von großen Zeitschriftenmarken gründen. Möglich ist etwa ein Jugendmagazin oder ein Gesundheitstitel unter der Marke „Stern", so wie zuletzt „Stern Biografie". Andererseits will er den „internationalen Markentransfer" fördern: So wie G+J eine deutsche Ausgabe der österreichischen „Woman" 2002 in Deutschland startete und es von der Zeitschrift „Eltern" jetzt eine chinesische Ausgabe gibt, sollen weitere deutsche und internationale G+J-Zeitschriften in andere Länder transportiert werden. Zum Beispiel denkt G+J in den USA an eine amerikanische Ausgabe der deutschen „Gala"; denkbar ist auch eine deutsche Ausgabe des US-Magazins „Fitness". „Rendite ist nicht alles", sagte Kundrun, wichtig seien auch Wachstumsimpulse, um vorbereitet zu sein, wenn es wieder aufwärts geht.

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