Medien : Intendant des MDR rät ZDF zu Stasi-Studie

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Der Intendant des Mitteldeutschen Rundfunks (MDR), Udo Reiter, hat dem ZDF sowie großen Verlagen und Redaktionen in Ost und West zu einer StasiStudie geraten, wie die ARD sie jetzt vorgelegt habe. „Uns hat geärgert, dass manche Blätter auf einem sehr hohen Ross sitzend, die über die Stasi-Problematik der ARD geschrieben haben; in ihrem Bereich haben sie selbst aber sehr wenig zur Aufklärung beigetragen. Die sollten mal in ihrem eigenen Hinterhof kehren“, sagte er in einem Interview des Nachrichtenmagazins „Focus“.

Die vollständige Veröffentlichung der ARD-Studie über den Einfluss der Stasi auf die Rundfunkanstalten hängt nach Reiters Worten weitgehend von der Zustimmung der darin genannten Opfer ab. Der MDR-Intendant und Mitinitiator der Studie sagte, in dem noch unveröffentlichten Teil befänden sich „die Namen von Dutzenden von Opfern, die wir schützen müssen“. Jeder Einzelne werde gefragt, ob er mit der Veröffentlichung einverstanden sei. Falls keine Zustimmung vorliege, würden die entsprechenden „Textpassagen geschwärzt“.

Reiter widersprach auch dem Vorwurf des Stasi-Forschers Hubertus Knabe, die ARD halte die interessantesten Ergebnisse der Studie zurück. „Das stimmt definitiv nicht“, sagte der MDR-Intendant. Im Auftrag der ARD hatten Wissenschaftler der Freien Universität Berlin den Einfluss der Staatssicherheit auf die Rundfunkanstalten untersucht (der Tagesspiegel berichtete). Rund 450 der 1095 Seiten umfassenden Studie waren am 19. Juli der Öffentlichkeit vorgestellt worden. dpa

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