Internet : Besser zielen

StudiVZ klärt über seine Online-Vermarktung auf.

StudiVZ
Die Anmeldemaske von StudiVZ. -Screenshot: tso

Wer sich die jüngsten Nachrichten aus der Netzwelt anschaut, hat ein neues Reizwort kennengelernt: das sogenannte Targeting, sprich, auf jeweilige Internetnutzer einer Community zugeschnittene Werbung. Diese bereits seit Jahren auf populären Internetseiten praktizierte Werbeform will jetzt auch die Onlineplattform StudiVZ einführen. Deswegen hatte sie sich in den vergangenen Tagen mit Datenschützern und Protesten unter den 4,5 Millionen angemeldeten Studenten auseinanderzusetzen, die sich sonst eher unauffällig auf der Plattform austauschen und vernetzen. Das führte zur mehrmaligen Präzisierung der Nutzungsbedingungen von StudiVZ und einer verschärften Berichterstattung in den Medien – bis hin zum „Schnüffel-Passus“-Vorwurf. Im Raum stand ein heikler Vorwurf: StudiVZ soll persönliche Daten an Dritte verkaufen.

Mit den Informationen zu den neuen AGBs und Datenschutzregelungen, die das 2005 gegründete Studentenportal (das wie der Tagesspiegel zur Verlagsgruppe Georg von Holtzbrinck gehört) am Wochenende auf seine Website gestellt hat, hofft Geschäftsführer Marcus Riecke auf ein Ende der „unnötigen Verunsicherung“ der User: „StudiVZ hat nie Nutzerdaten an Dritte verkauft und wird dies niemals tun.“ Die Einführung des Targeting auf der Grundlage von vier personenbezogenen Daten (Alter, Geschlecht, Wohnort/Uni-Standort, Fachrichtung), die von StudiVZ-Nutzern bei der Anmeldung eingegeben werden, ermögliche es Werbetreibenden lediglich, ihre Ansprache zielgruppengenau zu steuern. „Auf diese Weise erreicht ein Münchner Copyshop die Münchner Studenten“, so Riecke. Das sei notwendig, um StudiVZ weiterhin als kostenloses Portal zu betreiben. Eine Änderung hat StudiVZ nach den „in dieser Vehemenz unerwarteten Protesten“ der vergangenen Woche allerdings vorgenommen. Die geplante Werbung per SMS und Instant Messenger werde es nicht geben. Und wer beim Thema Targeting weiterhin nicht mitmachen wolle, kann bei StudiVZ aussteigen. Denn die Auswertung der persönlichen Daten setzt eine aktive Einwilligung der Nutzer voraus. Wer sich in den nächsten Tagen auf der Seite einloggt, bekommt eine Aufforderung, den veränderten Geschäftsbedingungen bis zum 9. Januar zuzustimmen. Andernfalls werden die persönlichen Daten mit dem Ende der Mitgliedschaft zum 31. März gelöscht. Auch danach können User ihre Zustimmung jederzeit widerrufen – sind damit allerdings aus StudiVZ raus. meh

0 Kommentare

Neuester Kommentar