Internet : „Flashmob“: Anne Will hat einen Blog

Auf Sendung ging Anne Will vor einer Woche, online ist sie bereits seit dem 4. September. Die Redaktion und die Moderatorin der politischen Talkshow haben zu Monatsbeginn einen Blog gestartet (www.annewill.blog.ndr.de).

Joachim Huber
Will
Anne Will -Foto: ARD

Mehrere Absichten stecken drin. Die Nutzer sollen Einblick in die Abläufe der Sendung bekommen, sie sollen Themen diskutieren, umgekehrt erwartet die Redaktion „eine Menge Feedback“. Fünf Kategorien hat der Blog, das sind noch zu viele, gleich drei Mal wird der Will-Beitrag „Mein erster Flashmob“ verspartet, ansonsten würde in den betroffenen Kategorien brüllende Leere herrschen.

Mal schreibt Anne Will selbst, wie am 20. September, als sie entsprechende Kommentare aufnimmt und Politiker zur Conditio sine qua non einer politischen Talkshow erklärt, mal schreibt die Redaktion. Bislang gibt es neun Einträge und rund 500 Kommentare. Deren große Mehrheit gruppiert sich um die Premiere der Talkshow am 16. September, Lob und Tadel verteilen sich, die Blogger äußern sich in freundlichem, in professoralem, selten im Duz-Ton. Nicht jeder Kommentar wird erschienen sein, die Redaktion achtet auf Einhaltung der „Netiquette“, sie „behält sich das Recht vor, Beiträge nicht zu veröffentlichen, die der sachlichen Diskussion nicht förderlich sind“. Sehr fürsorglich erscheint da der Hinweis, man solle nicht versuchen, anderen die eigene Meinung aufzuzwingen. Sag das mal den Hardcore-Bloggern!

Nicht ungeschickt, dass die Will-Visite bei der Flashmob-Aktion „183 gleich 13“, einem kurzfristigen Menschenauflauf, den Gegner der Bahn-Privatisierung im Berliner Hauptbahnhof organisiert hatten, an die Blogger mit der Frage weitergereicht wurde, ob dies ein Thema für die Talkshow wäre. Begeisterte Zustimmung – aber es meldeten sich durch die Bank Privatisierungsgegner. Ob das Thema wirklich Millionen interessiert? Die Redaktion wählte für die Premiere stattdessen „Rendite statt Respekt: Wenn Arbeit ihren Wert verliert“ und wurde mit über fünf Millionen Zuschauern belohnt. 

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