Internet-TV : Joost nimmt neuen Anlauf

Nachdem es um den Videodienst zuletzt sehr ruhig geworden war, startet Joost nun in Deutschland mit 13 Partnern neu durch.

Kurt Sagatz

Dem klassischen Fernsehen laufen die Zuschauer davon, vor allem die Jüngeren schauen ihre Lieblingsserien und Hollywood-Movies lieber kostenlos und „on demand“ im Internet. Mit dieser Prämisse war vor drei Jahren der Internet-Videodienst Joost gestartet, und viele Technikbegeisterte hatten das geglaubt, da mit Niklas Zennström und Janus Friis die beiden Gründer des Internetdienstes Skype hinter dieser Aussage standen. Zwischenzeitlich war es um den Videodienst ruhig geworden, nun hat sich Joost zurückgemeldet. In Deutschland hat Joost 13 Partner gewonnen, darunter „Süddeutsche Zeitung TV“, Euronews und Turner Entertainment. Des Weiteren können Folgen von „Welt der Wunder“, Zeichentrickfilme des Cartoon Network oder Kinofilme wie „Blade“, „Rush Hour“ oder „Mr. Nice Guy“ in deutscher Sprache angesehen werden. Auch in mehreren anderen europäischen Ländern soll es Angebote in der jeweiligen Landessprache in naher Zukunft geben.

Für den Zuschauer, dem derzeit 57 000 überwiegend englischsprachige Videos angeboten werden, ist der Dienst kostenlos. Die Finanzierung erfolgt über Werbeeinblendungen, die zumindest im Moment auf Werbetrailer am Anfang eines Videos beschränkt sind. In der Anfangsphase musste für Joost noch ein spezielles Programm installiert werden, damit der PC des Zuschauers zum Teil eines sogenannten Peer-to-Peer-Netzwerkes wurde. Seit kurzem lassen sich die Videos aber direkt im Internet-Browser ansehen.

Mit der positiven Prognose des werbefinanzierten On-Demand-Fernsehens scheinen Zennström und Friis richtig zu liegen. Neben Youtube und den Mediatheken der TV-Sender betreibt Microsoft den Kanal MSN Movies, und auch T-Online bietet über Videoload kostenlose Filme an. An finanziellen Mitteln sollte Joost nicht scheitern. Zennström und Friis hatten Skype für 2,6 Milliarden Dollar an Ebay verkauft. Kurt Sagatz

www.joost.com

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