Internetangebot : Online-Etats der Öffentlich-Rechtlichen überzogen

Bislang haben sich die Öffentlich-Rechtlichen verpflichtet, in Online wenig Budget zu investieren - auch aus Gründen des gerechten Wettbewerbs. Doch die Selbstverpflichtung gerät mehr und mehr ins Wanken.

ARD, ZDF und Deutschlandradio geben mehr Geld für ihre Online-Aktivitäten aus als die in der Selbstverpflichtung festgeschriebenen 0,75 Prozent der Gebühreneinnahmen. Die tatsächlichen Ausgaben liegen nach Berechnungen der Gebührenkommission KEF zwischen 0,81 Prozent (Deutschlandradio) und 0,9 Prozent (ZDF), berichtet „Die Zeit“. Das Blatt bezieht sich auf die erste Fassung des Berichts der Kommission, der Ende Januar 2008 der Öffentlichkeit vorgestellt werden soll.

Zwischen 2005 und 2008 werden die Sender demnach 275 Millionen Euro für die Internet-Aktivitäten aufwenden, das sind 34 Millionen mehr als vorgesehen. Anders als die Sender berücksichtigt die KEF auch die technischen Verbreitungskosten unter anderem zum Versenden der Internet-Videoclips. ZDF-Intendant Markus Schächter verteidigt das Vorgehen seines Senders. So würden auch beim Fernsehspiel die Verbreitungskosten separat erfasst. Die Selbstverpflichtung ist überdies ein Auslaufmodell. Die Sender wollen sie für die Gebührenperiode von 2009 bis 2012 nicht erneuern, weil es nicht um Verbreitungswege gehe, sondern um Inhalte. sag

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