Ist Schweigen doch Gold? : Unsere Hauptstadt, unsere Talks

Keine Plauderrunde mehr beim RBB: Jörg Thadeusz hat aufgehört mit„Dickes B.“ – und bekommt dafür ein neues Politik-Magazin.

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Wechselnde Partnerinnen. Fünf Jahre hat Thadeusz „Dickes B.“ moderiert. Foto: RBB
Wechselnde Partnerinnen. Fünf Jahre hat Thadeusz „Dickes B.“ moderiert. Foto: RBBFoto: rbb/Jenny Sieboldt

Schon wieder hat der Rundfunk Berlin-Brandenburg (RBB) etwas verschwiegen. Diesmal hat kein Regierungssprecher in der Redaktion angerufen und dadurch eine Beitragsänderung veranlasst, weil ein Politiker in einem Bericht keine so gute Figur abgab – diesmal ist eine Talk-Reihe nach fünf Jahren einfach so vom Bildschirm verschwunden. Mit einem nicht ganz unbekannten Moderator. „Dickes B.“, das Format mit Jörg Thadeusz, wurde am Samstag, 8. Dezember, 22 Uhr 15, zum letzten Mal ausgestrahlt. Und wäre nicht am Freitag die Meldung ergangen, Thadeusz wird beim RBB ein neues Magazin-Format übernehmen und im Sommer noch ein paar Sendungen für die Kollegen der pausierenden „heute show“ beim ZDF machen, hätte davon wohl kaum jemand etwas mitbekommen.

Dabei war die Quote von „Dickes B.“ gar nicht so schlecht, es gibt weniger erfolgreiche Sendungen beim RBB. Um die 50 000 Zuschauer sahen sich Thadeusz und seine prominenten Gäste in der Regel an. Es wurden nur nicht mehr, als der RBB die Frequenz wechselte und vom schwierigen Freitagabend-Termin – parallel läuft da „3 nach 9“ oder „Riverboat“ – auf den Samstagabend wechselte. Auch der Versuch mit Ko-Moderatorinnen wie Annette Gerlach oder Ildiko von Kürthy fruchtete wenig. Der RBB hat kein Glück oder kein richtiges Konzept, einen Hauptstadt-Talk so schlagkräftig zu etablieren wie die Kollegen in Leipzig, Hamburg oder Bremen. Auch nicht mit einer Galionsfigur wie Jörg Thadeusz. Das Ende von „Dickes B.“ war still, aber einvernehmlich, wie man hört. Der RBB versucht es nun ab 9. April mit einem Politmagazin. „Thadeusz und die Beobachter“ soll die „politische Gesprächssendung des RBB aus der Hauptstadt für die ganze Republik“ sein. Vier Kollegen aus dem journalistischen Fach, unter anderem Hajo Schumacher, diskutieren 60 Minuten lang politische Themen; einmal im Monat, dienstags ab 22 Uhr 15, immer dann, wenn der Ein-Gast-Talk „Thadeusz“ pausiert. Zumindest der Moderator hat also weiter recht gut zu tun. Markus Ehrenberg

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