Ist Schweigen Gold? : Lasst sie doch reden

Die Talkoffensive hat der ARD allem eines eingebracht - schlechtere Quoten. Der größte Verlierer ist Reinhold Beckmann. Ihm ist seit der Programmreform ein Drittel seines Publikums abhanden gekommen.

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Größter Verlierer. Reinhold Beckmann hat ein Drittel an Publikum eingebüßt. Foto: ARD
Größter Verlierer. Reinhold Beckmann hat ein Drittel an Publikum eingebüßt. Foto: ARDFoto: ARD/Marco Grob

Unseren täglichen Talk gib uns heute. Diesen Wunsch erfüllt (sich) die ARD seit Ende August. „Günter Jauch“ am Sonntag, „Hart aber fair“ am Montag“, „Menschen bei Maischberger“ am Dienstag, „Anne Will“ am Mittwoch und „Beckmann“ am Donnerstag, das ist das Angebot. Die Quoten, wie sie die Zuschauerforschung bis 20. November ermittelt hat, belegen, dass dieser Herbst keine gute Saison für die Dauerbeschallung ist. Als Zwischenbilanz lässt sich ausgeben: Alle Talks, die seit Ende August ihren Sendeplatz gewechselt haben, haben an Zuspruch verloren, alle Talks, die ihren Sendeplatz behalten haben, melden Verluste. Allein „Günther Jauch“ am Sonntag bildet die Ausnahme. Der Neueinsteiger erreicht im Schnitt 4,63 Millionen Zuschauer (Marktanteil: 16,1 Prozent), mehr als „Anne Will“ auf diesem Platz hatte.

„Hart aber fair“ mit Frank Plasberg ist von Mittwoch 21 Uhr 45 nach Montag um 21 Uhr gewechselt. Lagen Quote und Marktanteil vor der Neuplatzierung bei 3,11 Millionen und 12,7 Prozent, so liegen die Werte jetzt bei 3,06 Millionen und 9,7 Prozent. Für „Anne Will“ ist festzuhalten, dass der Talk vom „Königsplatz“ am Sonntag um 21 Uhr 45 nach Mittwoch um 22 Uhr 45 gegangen ist. Dort lassen sich nicht die Erfolge einfahren, wie sie am Sonntag „Tatort“ möglich sind. Exakt 1,5 Millionen bei einem Marktanteil von 10,3 Prozent sind am Mittwoch drin.

„Beckmann“, früher montags um 22 Uhr 45 und nun am Donnerstag um die gleiche Zeit im Rennen, ist der größte Verlierer. Mehr als 30 Prozent an Zuschauern hat diese Talkshow eingebüßt – von 1,55 Millionen (MA:11,2 Prozent) ging es runter auf 1,05 Millionen (MA: 7,7 Prozent).

Selbst „Maybrit Illner“ von der ZDF-Konkurrenz, am Donnerstag unverändert um 22 Uhr 15 am Start, muss ein Minus vermelden. Der Zuspruch ist von 2,58 Millionen (MA: 12,6 Prozent) auf 2,23 Millionen (MA: 11,0 Prozent) gefallen, offenbar ziehen die parallelen Übertragungen der Fußball-Euro-League alle zwei Wochen ein wenig Publikum ab. Auch „Menschen bei Maischberger“ konnte am Dienstag um 22 Uhr 45 im Ersten den Platz halten – nicht aber die Quote. Der Talk reüssiert bei 1,59 Millionen (MA: 10,8 Prozent), vor der Programmreform waren es 1,74 Millionen (MA: 11,8 Prozent).Joachim Huber

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