Medien : Jetzt nicht nervös werden

Leo Kirch, die Bundesliga-Rechte und die Banken

Joachim Huber

Leo Kirch ist erkrankt, er hat Grippe, von Lebensgefahr redet keiner in seinem Umfeld. Aber selbst ein Schnupfen des 81-jährigen Medien-Moguls scheint bei einigen Mitmenschen für Schüttelfrost zu sorgen. Akut sind das einige Funktionäre und Manager der Fußballbundesliga. Das „Handelsblatt“ hat gestern gemeldet, die Deutsche Fußball Liga (DFL) bange um die Bankgarantie von Leo Kirch für die vereinbarte Vermarktung der Bundesliga-Fernsehrechte.

Nun besteht die DFL aus 36 Profiklubs, bei denen geschätzte 100 und mehr Funktionäre und Manager arbeiten. Sorgen machen sich immer welche. Ist die Sorge berechtigt, dass der Deal mit Kirch gefährdet sein, gar platzen könnte? Die Fernsehrechte sollen von der Saison 2009/2010 an sechs Jahre lang von der Kirch-Firma Sirius Sport Media GmbH vermarktet werden. Der Rechtevertrag garantiert der DFL pro Spielzeit für die Inlandsvermarktung Einnahmen von mindestens einer halben Milliarde Euro. Bei einer Laufzeit von sechs Jahren geht es um wenigstens drei Milliarden Euro Erlöse für die beiden Profiligen. Nun ist die DFL sehr stolz auf den Passus, wonach die Vereine im Falle einer Kirch-Insolvenz nicht leer ausgehen, weil Sirius spätestens am 1. Januar 2009 über die vereinbarte Summe des Deals eine Bankgarantie vorweisen muss – zunächst in einer Jahresrate von 500 Millionen Euro. Kirch und die Commerzbank sind darüber im Gespräch.

Ein Fußballmanager zeigte sich im Gespräch mit dem Tagesspiegel verwundert über die Spekulation, dass Kirch bereits bis Ende Januar 2008 eine verbindliche Bürgschaft vorlegen müsse. Nach DFL-Angaben „werden die Erlöse durch Bankbürgschaften abgesichert, die jeweils zu Beginn eines Jahres für die darauf folgende Saison gestellt werden müssen.“ Das wäre Anfang 2009 für die Saison 2009/2010.

Auch soll es beim Fahrplan für die Ausschreibung bleiben. Danach würde Sirius noch im Frühjahr den Prospekt in den Markt geben. Für Leo Kirch, sagte ein Insider, wäre es danach überhaupt kein Problem, eine Bürgschaft zu bekommen. Im besten Falle sind Anfang 2009 die Rechte für die Bundesliga-Saison 2009/2010 schon verkauft, was eine Bürgschaft überflüssig machte, oder es gibt erste Einnahmen, was den Umfang der Bürgschaft schmälern und deren Beschaffung deutlich erleichtern würde. „Der Kirch ist Profi, der läuft in keine Liquiditätsfalle“, sagt ein Manager. Joachim Huber

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