Jolyon Brettingham Smith : Der Musiker als Moderator

Wenn Musik eine Sprache ist, dann hat er sie polyglott gesprochen. Kulturradio erinnert an Jolyon Brettingham Smith.

Joachim Huber
Smith Foto: WDR
Jolyon Brettingham Smith -Foto: WDR

Der Engländer, in Southhampton geboren, war Komponist, Dirigent, Autor, Hochschullehrer – und er war Moderator. Für den WDR arbeitete er im „Klassik-Forum“, für den RBB moderierte er die beiden Sendungen „Short Opera“ und „Jolyon Live“. Am vergangenen Samstag ist Jolyon Brettingham Smith, erst 58 Jahre alt, gestorben. Eine Sondersendung im RBB-Kulturradio, heute von 18 Uhr 04 bis 19 Uhr im Programm, soll an den Moderator und Menschen erinnern. Kollegen und Freunde wie Kulturradio-Leiter Wilhelm Matejka, Karl-Dietrich Gräwe und Bernd Morbach werden in der Moderation von Musikchef Christian Detig zu Wort kommen; zu hören sind Werke von Michael Tippett, Ralph Vaughan Williams, Joseph Haydn – und Jolyon Brettingham Smith.

Ein noch nicht veröffentlichtes Gespräch mit dem Musik-Maniac findet sich in dem Interviewbuch „Die Vierte Gewalt“, das in wenigen Wochen im Kulturverlag Kadmos erscheinen wird. „Ich brauche kaum Schlaf“, sagt er, wundert sich über die deutsche Scheu vor Vokalmusik, erklärt, was gute Musik ist und beantwortet die Frage, ob er als Komponist nicht mal wie Phil Collins, der eine Melodie von Muzio Clementi (op. 36, No. 5) zu einem Monsterhit gemacht hat, vor der Queen auftreten möchte, mit einer Gegenfrage: „Möchten Sie wirklich Phil Collins sein?“ Joachim Huber

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