Journalistenehrung : Jury vergibt Henri-Nannen-Preise

Der frühere "Spiegel"-Reporter Jürgen Leinemann hat den Henri-Nannen-Preis für sein Lebenswerk bekommen. Ausgezeichnet wurden bei der diesjährigen Verleihung vor allem Reportagen über die Wirtschaftkrise.

HamburgFür ihre Dokumentation "Der Bankraub" über den Verlauf der Finanzkrise wurden gleich mehrere Reporter des Nachrichtenmagazins Der Spiegel geehrt. In der Rubrik investigativer Journalismus gewann Melanie Bergermann von der Wirtschaftswoche. Sie hatte über die Bankenbranche berichtet und dabei unverantwortliche Geschäftspraktiken von Kundenberatern enthüllt.
 
Die Henri-Nannen-Preise, die mit insgesamt 30.000 Euro dotiert sind, werden vom Zeitschriftenverlage Gruner + Jahr in Erinnerung an Stern-Gründer Henri Nannen (1913-1996) ausgelobt. Die Auszeichnung gilt hierzulande als eine der höchsten Ehrungen für Journalisten. Rund 1000 Gäste aus Medien, Kultur, Politik und Wirtschaft verfolgten die Zeremonie im Deutschen Schauspielhaus in Hamburg.
 
Für seinen Einsatz für die Pressefreiheit würdigte die Jury Robert Ménard, Mitbegründer der Organisation "Reporter ohne Grenzen". Die
Spiegel-Reporterin Katja Thimm erhielt den Egon-Erwin-Kisch-Preis für ihre Reportage über zwei Ehepaare und ihren alltäglichen Kampf gegen Alzheimer. Der Fotograf Yang Yankang wurde für seine Bilder über den tibetischen Buddhismus in der Zeitschrift Geo ausgezeichnet.
 
In der Kategorie Humor belohnte die Jury den Kabarettisten Oliver Maria Schmitt, der in die Rolle eines unbekannten türkischen
Nachwuchsschriftstellers geschlüpft war und auf der Frankfurter Buchmesse versuchte, sein Manuskript unterzubringen. Dabei förderte er die
Machenschaften im Literaturbetrieb zu Tage. (rf/dpa)

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