Jubiläum : Eine Frage des Gewissens: Zehn Jahre Radio Eins

Der Sender feiert sein zehnjähriges Bestehen. Man will sich weiter als intelligentes Programm für Erwachsene gegen die Konkurrenz durchsetzen, sagt Direktorin Hannelore Steer.

PotsdamDarf man ein Geschenk weiterschenken? Über Friedhöfe joggen? Einer älteren Frau seinen Platz im Zug auch mal nicht anbieten? Solche und andere moralische Fragen beantwortet neuerdings jeden Mittwoch kurz nach halb fünf Radio Eins vom Rundfunk Berlin-Brandenburg (RBB) – in Person von Gewissenspapst Rainer Erlinger, der das seit fünf Jahren für das Magazin der "Süddeutschen Zeitung“ macht.

Radio Eins gibt es schon seit zehn Jahren. Aus diesem Anlass feiert die RBB-Welle am 22. September eine große Party in der Berliner Arena und hat in ihr Programm ein paar Veränderungen eingeführt. Der Anspruch, so RBB-Hörfunkdirektorin Hannelore Steer und Radio-Eins-Chefredakteur Florian Barckhausen bei einer Pressekonferenz im Admiralspalast, bleibe der gleiche wie beim schwierigen Start 1997: kein Dampfgeplauder, besonderer Blickwinkel, intelligente Unterhaltung und Musik. Dazu sollen neben Rainer Erlinger die Talker Jürgen und Sarah Kuttner (ab 11. November), Pop-Kolumnist Markus Kavka oder Bernd Gäbler, Ex-Chef des Grimme-Instituts und Tagesspiegel-Autor, beitragen.

Prominente Neue also zum bekannten Moderatorenteam um Knut Elstermann, Volker Wieprecht oder Bettina Rust, dazu neben Potsdam-Babelsberg mit dem Admiralspalast in der Friedrichstraße ein citynaher Sendeort. Das Ganze, sagt Steer, sei "kein umfassender Relaunch“. Ein intelligentes Programm "nur für Erwachsene“ müsse sich aus sich selbst heraus erneuern und dabei laut Musikchef Peter Radszuhn die gewachsene Konkurrenz à la Motor FM im Auge behalten. In der letzten Hörer-MA hatte Radio Eins rund 10.000 Hörer verloren. Um dem entgegenzusteuern, soll im Internet die Hörer-Community ausgebaut werden, mit Titelrecherche per Handy oder dem Gewissenspapst als Podcast. meh

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