Jürgen Trittin streitet mit "Spiegel" : Ärger um Waziristan

Jürgen Trittin behauptet, der "Spiegel" habe nicht autorisierte Zitate von ihm verwendet. Spiegel-Journalist Nikolaus Blome bestreitet das - er spricht von einem "Missverständnis".

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Jürgen Trittin ist sauer auf den "Spiegel".
Jürgen Trittin ist sauer auf den "Spiegel".Foto: dpa

Zwischen dem Grünen-Politiker Jürgen Trittin und "Spiegel"-Journalist Nikolaus Blome herrscht dicke Luft. Trittin beschwert sich in einem Brief darüber, der "Spiegel" habe Zitate von ihm verwendet, die nicht autorisiert gewesen seien. Insbesondere geht es bei dem Streit um den Begriff "Waziristan". Der "Spiegel" hatte Trittin mit der Aussage zitiert, das von Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne) regierte Baden-Württemberg sei das "Waziristan" der Grünen. Hintergrund: Politikern des linken Parteiflügels ist Kretschmann zu konservativ. Die pakistanische Region Waziristan wiederum gilt als Rückzugsgebiet der radikal-islamischen Taliban. Vor allem seine Parteikollegen aus dem Realo-Flügel der Grünen reagierten daher verärgert auf Trittins "Spiegel"-Äußerung.

Die Verwendung nicht autorisierter Zitate stelle kein Missverständnis, sondern einen „einseitigen Bruch einer getroffenen Vereinbarung“ dar, kritisierte Trittin am Mittwoch in seinem Brief. Die zuständige Journalistin Nicola Abé habe vor der Veröffentlichung eines Porträts „nicht einmal den Versuch unternommen, irgendetwas zu autorisieren“, schreibt der Bundestagsabgeordnete.

Nikolaus Blome vom "Spiegel" sprach dagegen von einem "Missverständnis", da es sich bei dem erschienenen Text eben nicht um ein Interview, sondern ein Porträt gehandelt habe, bei dem das Autorisieren von Zitaten nicht zwingend gängig sei. Er appellierte an den Politiker, dem "Spiegel" gewogen zu bleiben. Trittin sieht die ganze Sache vollkommen anders und kündigte an, mit dem "Spiegel" künftig nur noch "Unter 1" zu sprechen. Alles Gesagte ist dann zwar zitierbar, allerdings erhält der Gesprächspartner bei diesem Vorgehen in der Regel weniger Hintergrundinformationen.

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