Jugendgewalt : Oettinger warnt vor Super RTL

09.01.2008 00:00 Uhr

Mit Blick auf die aktuelle Debatte über die Auswüchse der Jugendkriminalität sieht Baden-Württembergs Ministerpräsident Günther Oettinger (CDU) schädliche Einflüsse auch durch einzelne Fernsehprogramme.

„Es gibt Programme, die in einigen Sendern verstärkt kommen, von denen ich erhebliche Gefahren für die Erziehung der Jugend ausgehen sehe“, sagte der Regierungschef am Dienstag in Stuttgart und nannte dabei Super RTL und RTL II. Super-RTL-Sprecherin Sabine Kreft wies die Kritik zurück.

Der Einfluss der Medien auf die Gesellschaft sei erheblich gewachsen, sagte Oettinger. Es gehe um Umfang und Güte der Programmangebote. „Bei der Qualität haben wir leider eine Zunahme von gewaltgeneigten bewegten Bildern im Fernsehen“, sagte Oettinger und bestätigte, er habe kürzlich bei einem Neujahrsempfang einzelne Programme namentlich kritisiert: „Ich habe in der Tat mit Super RTL und RTL II zwei Sender angesprochen, bei denen ich eine Zunahme und damit eine für mich schädliche Entwicklung bei der Qualität der gezeigten Sendungen sehe.

“ Etliche Sender lösten auch den früher gültigen Anspruch, dass Fernsehen auch zur Bildung beitrage, nicht ein. Super-RTL-Sprecherin Kreft sagte hingegen, Oettingers Aussage sei „undifferenziert und nicht haltbar. Das ist ein Pauschalurteil – wenn er mir Beispiele nennen könnte, würden wir mit ihm darüber diskutieren. Ich unterstelle Oettinger, dass er unser Programm nicht kennt. Tatsache ist, dass wir 2007 keine Beanstandung durch die Landesmedienanstalten und auch nicht von den Zuschauern erhalten haben.“

Mit Verboten könne man dieser Fehlentwicklung nicht beikommen, meinte Günther Oettinger, der seit 2007 auch Koordinator der Medienpolitik der von der Union geführten Länder ist, weiter. Allerdings hätten auch die Unternehmen, die das Fernsehen zur Werbung nutzten, einigen Einfluss auf das Programm, so der Ministerpräsident. Sie sollten daher stärker darauf hinwirken, dass für ihre Produkte und Dienstleistungen nicht im Umfeld von Sendungen geworben wird, in denen die Gewaltdarstellung im Vordergrund steht.dpa/Tsp

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