Medien : „Junik“: Schüler machen ein Magazin über Entwicklungsländer

Matthias Meisner

Wer bei Google nach dem Begriff „Junik“ sucht, landet zunächst bei einer Arznei gegen chronische Atemwegserkrankungen. Dann folgt in der Trefferliste ein Programm des Stuttgarter Instituts für Auslandsbeziehungen für internationale Jugendprojekte. Doch geht es nach dem evangelischen Prälaten Stephan Reimers, der seine Kirche bei der Bundesregierung vertritt, wird „Junik“ bald im Gespräch sein als bundesweite Zeitschrift, die Schüler neugierig machen soll auf das Leben in Entwicklungsländern.

„“ wird auf dem Titel des 40-seitigen Magazins stehen, die Lautschrift steht für das englische „unique“, einzigartig. Die Einzigartigkeit der Welt, die Einzigartigkeit von Kulturen – und außergewöhnlich finden die Herausgeber auch ihr Blatt selbst. Reimers, auch Chef der Evangelischen Zentralstelle für Entwicklungshilfe, ist der Ideengeber, zwei alte Reimers-Projekte werden zu einem neuen verbunden. Der Geistliche hatte in den 90er Jahren als Leiter der Diakonie in Hamburg die Obdachlosenzeitung „Hinz und Kunzt“ initiiert, dazu das Hamburger Spendenparlament, in dem sich Bürger versammeln, die mitbestimmen wollen über die Verwendung ihrer Spenden.

Und so ist es bei „Junik“ geplant: Mitte Januar sollen an 20 000 Schulen je fünf Probehefte der ersten Ausgabe gehen – Themen sind etwa Kubas Strandleben, ein sudanesisches Chill-out, Zivildienst in Ghana, eine Schulpartnerschaft mit Ruanda und Tanz auf Sri Lanka. Schüler sollen den Verkauf in Schule, Disko oder Verein übernehmen – von den zwei Euro pro Heft geht ein Euro an Hilfsprojekte. Welche Projekte das dann sind, bestimmen die Verkäufer und Käufer per Internetvotum. Angepeilt ist eine Startauflage von 200 000 bis 300 000 Exemplaren. Die Texte kommen von Schülern selbst, aber auch von Profi-Journalisten. Drei Mal pro Jahr soll die Zeitschrift erscheinen. Mehrere Kultusminister unterstützen das Projekt. Wichtiger noch: Viele Schülervertretungen ziehen mit. Ihre Repräsentanten sitzen mit im Beirat des Vereins für entwicklungspolitische Bildung, der als Herausgeber auftritt.

Möglich wird das alles durch eine Anschubfinanzierung der Max-Schmeling-Stiftung und des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung. Dass so viele Schüler schon in der Aufbauphase Feuer und Flamme waren, macht Ideengeber und Förderer zuversichtlich. Eines ist ihnen auch klar: Eine dauerhafte Perspektive wird die Zeitschrift nur haben, wenn sie sich nach den ersten Heften selbst trägt.

Informationen im Internet:

www.junik-magazin.de

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