Kabarett : Reaktionen zum Tod von Dieter Hildebrandt

Dieter Hildebrandt starb im Alter von 86 Jahren. Nicht nur Horst Seehofer wird die "Ikone des politischen Kabaretts" fehlen.

Dieter Hildebrandt. Foto: dpa
Dieter Hildebrandt.Foto: dpa

Von 1980 bis 2003 war er mit seiner Sendung „Scheibenwischer“ in der ARD erfolgreich. Nach 145 „Scheibenwischer“-Ausgaben gab er seine Abschiedsgala in Berlin, wo die Sendung vom SFB, später RBB, produziert wurde. „Dieter Hildebrandt war eine Ausnahmeerscheinung, in vielerlei Hinsicht. Er ist und bleibt Vorbild für ganze Generationen politischer Kabarettisten“, würdigte RBB-Intendantin Dagmar Reim den Verstorbenen. Ebenso Volker Herres, Programmdirektor Erstes Deutsches Fernsehen: „Dieter Hildebrandts ,Scheibenwischer’ sorgte im Ersten mehr als 20 Jahre lang für klare Sicht auf die Verhältnisse in unserer Republik. Seine große Stärke war die Improvisation: Spontan geistreich, scharfzüngig und immer originell in der Formulierung brachte er sein Publikum zum Nachdenken und zum Lachen. Dieter Hildebrandt verkörperte das politische Kabarett in Deutschland“. Besonders bemerkenswert ist der Nachruf von Ulrich Wilhelm, Intendant des Bayerischen Rundfunks. „Wir sind sehr dankbar, dass der Bayerische Rundfunk Dieter Hildebrandt über weite Strecken seines Lebensweges begleiten durfte.“ Das war nicht immer harmonisch. 1986 blendete sich der BR aus einer „Scheibenwischer“-Sendung in der ARD aus. CSU-Chef Horst Seehofer nannte Hildebrandt die „Ikone des politischen Kabaretts schlechthin“.

„Unser Land hat einen großartigen Kabarettisten verloren“, sagte SPD-Chef Sigmar Gabriel. „Auch sozialdemokratische Politik war oft Gegenstand seiner kabarettistischen Überzeichnung. Er hat der SPD den Spiegel vorgehalten und uns damit stets daran erinnert, dass auch die Tagespolitik der SPD unseren Wurzeln in der Aufklärung, der Arbeiterbewegung und im Antimilitarismus gerecht werden muss.“ Die SPD habe ihren charmantesten Kritiker verloren. meh

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