Kampf und Kooperation : Springer AG arbeitet mit und gegen Google

Kein Kuschelkurs mit Google. Trotz der Zusammenarbeit bei der Online-Werbung will der Springer-Konzern beim Leistungsschutzrecht hart bleiben.

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Die Nachricht überraschte angesichts der Worte, die Springer-Vorstand Mathias Döpfner bisher für Google gefunden hat. „Hehlerbande“ nannte er den US-Konzern einst, doch am Montag teilten beide Unternehmen mit, künftig zusammenarbeiten zu wollen bei der automatisierten Vermarktung von digitalen Werbeflächen. Auf Kuschelkurs gehen die beiden Konzerne trotzdem nicht, versicherte Döpfner, als er am Mittwoch die Quartalszahlen von Springer präsentierte.

Es gebe weiterhin einen „klaren Dissens“ mit Google beim Leistungsschutzrecht. Das Recht bleibe für Springer „essenziell“, auch deshalb, weil es nach Döpfners Ansicht eine „zentrale Voraussetzung dafür ist, dass Verlegertum im digitalen Zeitalter funktionieren kann.“ Die Abgaben aus dem Leistungsschutzrecht werde Springer von der Verwertungsgesellschaft VG Media eintreiben lassen, sagte Döpfner am Mittwoch.

Unklar bleibt, wann das Bundeskartellamt über den Deal mit der Essener Funke-Mediengruppe entscheiden wird. Springer zeigte sich zuversichtlich. Die eingehende Prüfung des Verkaufs von „Berliner Morgenpost“, „Hamburger Abendblatt“ sowie der Programm- und Frauenzeitschriften an die Essener sei erwartet worden. „Wir gehen davon aus, dass der Deal in Gänze genehmigt wird“, meinte Springers Finanzvorstand Lothar Lanz. Sollte es Auflagen vom Kartellamt geben, sei es Sache der Funkes, damit klarzukommen: „Der Ball liegt in Essen.“

Der Konzernumbau schlägt sich auch in den Zahlen nieder. Zwar stieg der Umsatz in den ersten neun Monaten im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 1,5 Prozent auf 2,44 Milliarden Euro. Doch der Gewinn ist rückläufig. So ging das bereinigte Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) um sieben Prozent zurück auf 427 Millionen Euro. „2013 ist für Axel Springer ein Jahr des Konzernumbaus und der Investitionen“, sagte Döpfner. Für das Gesamtjahr 2013 erwartet Springer einen Anstieg der Gesamterlöse im niedrigen einstelligen Prozentbereich. Sonja Álvarez

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