Medien : Kant, was sonst

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Nein, wir können Kants 200. Todestag an dieser Stelle nicht unbeachtet lassen. Schließlich hat sich auch der Autor dieser Zeilen als junger Mensch über die „Kritik der reinen Vernunft“ gebeugt, von der dunklen Magie der Kantschen Schachtelsätze angezogen und verwirrt zugleich. Es folgten Kopfschmerzen, aber irgendwann auch Heureka- Erlebnisse. Niemals in seinem langem Leben, sagen die Biografen, sei Kant aus seiner Heimatstadt Königsberg herausgekommen. Und doch hat er auf faszinierende Weise gewusst, wie es draußen in der Welt zugeht. Die Spielregeln der bürgerlichen Gesellschaft, das Maß menschlichen Erkennens, die Feinheiten der politischen Kunst. „Alleszermalmer“ haben ihn einsichtsvolle Zeitgenossen genannt, ein Denker, der die Welt in eine neue geistige Ordnung goss.

Zum Jubiläum ist Kant auf allen Kanälen des Kulturradios präsent. „Der Mensch als krummes Holz“ heißt ein Feature von Jürgen Werth , das sich unter Kant-Experten umhört. Biografen kommen zu Wort, aber auch Künstler, die sich selbst als „Kantianer“ bezeichnen (Kulturradio, 12. Februar, 22 Uhr 05, UKW 92,4 MHz). „Was bin ich?“ ist ein Gespräch unter deutschen Philosophen betitelt, die sich mit der Aktualität ihres großen Kollegen beschäftigen (Deutschlandradio, 8. Februar, 0 Uhr 05, UKW 89,6 MHz). Während Rolf Cantzen im Feature „Ach tung der Menschenwürde“ Kants Aufklärungsideale vorm Hintergrund heutiger Menschenrechtsdiskussionen analysiert (Deutschlandradio, 12. Februar, 19 Uhr 05).

Im Hörspiel „Kant“ von Ute Scharfenberg erleben wir den Philosophen als kauzigen Privatier. Ein Greis am Ende seiner Tage. Ausgerechnet der englische Romantiker Thomas De Quincey hat die literarische Vorlage für dieses muntere Hörspiel geliefert. De Quincey interessierte die Hypochondrie, die Grillenhaftigkeit, der alltägliche Wahnsinn in Kants Existenz. In der komödiantischen Inszenierung von Jörg Jannings kommt das recht liebenswürdig daher. Der Schauspieler Kurt Hübner gibt Kant mit behaglich ostpreußischem Zungenschlag. Ein schnurriger Hausvater, der seit zwanzig Jahren täglich zur gleichen Zeit seine Pfeife raucht und dazu das immergleiche zerschlissene Mützchen trägt. Wenn Hübner seinen Singsang anstimmt, kann man als Hörender sofort süchtig werden (Deutschlandradio, 8. Februar, 18 Uhr 30).

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