Karin Brieden wird Verwaltungsdirektorin : ZDF bekommt eine Mainzelfrau

Bisher ist die oberste Führungsetage des ZDF eine reine Männerzone gewesen. Jetzt soll mit Karin Brieden erstmals eine Frau zum Zug kommen.

von
Foto: DLR
Foto: DLRFoto: Deutschlandradio

Noch hält sich das ZDF offiziell bedeckt, aber die Spatzen auf dem Mainzer Lerchenberg pfeifen es bereits von den Dächern. Endlich steht die Nachfolge für Hans Joachim Suchan auf dem Posten des ZDF-Verwaltungsdirektors, intern nur VD genannt, fest. Auch wenn selbst die Führung des ZDF neuerdings davon spricht, der Einfluss der Parteien sei zurückzudrängen, so ist inoffiziell doch klar, dass es die SPD ist, die stets den Zugriff auf diesen wichtigen Posten beanspruchen kann.

Außerdem soll endlich, endlich eine Frau zum Zug kommen. Die erste Frau, die es in der Geschichte des Zweiten Deutschen Fernsehens bis in die oberste Führungsetage schaffen wird, ist nun gefunden. Sie heißt Karin Brieden, seit 2002 ist sie Verwaltungs- und Betriebsdirektorin des Deutschlandradios, also jenes Konstrukts, das die Sender Deutschlandfunk und DRadio Wissen in Köln und Deutschlandradio Kultur in Berlin vereint, in dem sie zuletzt auch die Stellvertreterin des Intendanten war.

Auch wenn der Ruf nach mehr Geschlechtergerechtigkeit im ZDF eine Rolle spielt, der Karin Brieden jetzt die nächste Stufe der Karriereleiter erklimmen lässt, hat die stets im adretten Hosenanzug auftretende Direktorin bisher nicht als Feministin von sich reden gemacht. Brieden gilt als Verwaltungsexpertin, die bei Re-Organisationsversuchen von Abteilungen aber auch schon Niederlagen einstecken musste. Mit dem inzwischen pensionierten konservativen Programmdirektor Günther Müchler verstand sie sich besser als mit dem ebenfalls konservativen jetzigen Intendanten Willi Steul. Das mag ihr den Wechsel erleichtern.

Für Karin Brieden ist der Weg an die ZDF-Spitze auch eine Rückkehr in die Heimat: Denn in Mainz und dort in der rheinland-pfälzischen Staatskanzlei, begann auch der Aufstieg der damaligen sozialdemokratischen Ministerialdirigentin. Bernd Gäbler

0 Kommentare

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben