Karlsmedaille 2009 : Medienpreis an Reporter ohne Grenzen

Ausgezeichnet: Die Journalistenvereinigung Reporter ohne Grenzen erhält die Karlsmedaille 2009. Ihr Einsatz für die Meinungs- und Pressefreiheit sei ein wichtiger Beitrag zum Wertefundament Europas, begründete der Stifterverein seine Entscheidung.

AachenDie internationale Journalistenvereinigung Reporter ohne Grenzen (ROG) erhält für ihren Beitrag zur europäischen Integration den europäischen Medienpreis, die Karlsmedaille 2009. Mit ihrem Einsatz für die Meinungs- und Pressefreiheit leiste die Organisation einen wichtigen Beitrag zum Wertefundament Europas, teilte der Stifterverein am Mittwoch mit. "Reporter ohne Grenzen steht für ein Leitbild der freien und unabhängigen Presse in Europa und weltweit", sagte die Kuratoriums-Vorsitzende Frauke Gerlach. Die Preisverleihung findet am 14. Mai im Krönungssaal des Aachener Rathauses statt.

Reporter ohne Grenzen kämpfe auf der ganzen Welt für Pressefreiheit und gegen Zensur. Die Vereinigung wende sich gegen die Verfolgung von Journalisten und setze sich für Journalisten in Haft ein. Die Meinungsfreiheit sei ein Fundament europäischer Integration, sagte Gerlach.

Die Jury kritisiert auch das deutsche "BKA-Gesetz"

Mit dem Preis richte die Jury auch ein kritisches Augenmerk auf Veränderungen im Medienbereich in Europa. Es gebe staatliche Machtübernahmen von Medien und Medienkonzentration in Europa. Gerlach nannte Italien als Beispiel. In Deutschland schränke das Gesetz zur Abwehr von Gefahren des internationalen Terrorismus durch das Bundeskriminalamt, das "BKA-Gesetz", Journalisten ein. "Wir müssen auch die Veränderungen in unserem Umfeld sehen", sagte Gerlach.

ROG versteht die Auszeichnung als Unterstützung der eigenen Arbeit. "Wir hoffen, dass der Preis uns helfen wird, unsere Aktivitäten für die Medien insbesondere in Europa zu verstärken", sagte der ROG-Generalsekretär Jean-Francois Julliard in einer Mitteilung. "Unser Wunsch ist es, dass die europäischen Staaten sich zukünftig noch deutlicher als bisher gegenüber den Regierungen solcher Länder artikulieren, die die Rechte von Journalisten nicht akzeptieren."

Im vergangenen Jahr hatte die Karlsmedaille den Integrationsprozess von Migranten thematisiert. Ausgezeichnet wurden der türkischstämmige Regisseur Fatih Akin und der französische Regisseur Abdellatif Kechiche. (up/dpa)

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