Medien : Kein Beleg. Nirgends

Joachim Huber

1979, sagte Edmund Stoiber bei "Sabine Christiansen", 1979 habe er sich mit Gerhard Schröder "gefetzt". Stoiber war damals Generalsekretär der CSU, Schröder Juso-Vorsitzender. Das Treffen habe im Sender Freies Berlin stattgefunden. Nach Stoibers Erinnerung sagte Schröder, Eigentum sei doch Diebstahl. Heute ist Stoiber Kanzlerkandidat der Union, und er fordert Bundeskanzler Gerhard Schröder heraus, nicht zuletzt zu Fernsehduellen. An die 79er-Debatte kann sich bis auf Stoiber bisher keiner erinnern. Der SFB hat auf Bitten des Tagesspiegel seine Archive durchsucht. Im Hörfunk wurde nichts gefunden, die Archiv-Recherche Fernsehen läuft noch, die Aussichten sind trübe. In der SPD-Parteizentrale das gleiche Ergebnis: nichts zu finden. Bei der CSU in München suchen und suchen Mitarbeiter nach einem Beleg für das Treffen. Ein Mitarbeiter stellte in Aussicht, den CSU-Vorsitzenden und Kanzlerkandidaten "nach Möglichkeit" anzusprechen. Die letzte Hoffnung: die Friedrich-Ebert-Stiftung in Bonn. Die Recherche in der dortigen Datenbank erneuerte die Zweifel an der Stoiberschen Gedächtnisleistung. Dafür ein anderer, ein überraschender Treffer: Edmund Stoiber und Gerhard Schröder haben sich bereits einmal im Fernsehen getroffen, als Ministerpräsidenten der Länder Niedersachsen (Schröder) und Bayern (Stoiber). Es war am 21. März 1996 in der ZDF-Sendung "Was nun ....?" Damals moderierte Klaus Bresser. Er erinnert sich, "wie behutsam, mit welch großem Respekt die beiden Juristen mit einander umgegangen sind". Heute wird Bresser die 250. Ausgabe von "Was nun, ...?" moderieren. Gast ist Edmund Stoiber. Auf Bitten dieser Zeitung überlegt sich Bresser, folgende Frage zu stellen: Haben Sie, Herr Stoiber, 1979 Gerhard Schröder getroffen? Wann, wo und warum?

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