Medien : Kein Kauf von Kirch

Joachim Huber

Die WAZ-Mediengruppe hat dem Kirch-Konzern kein Übernahmeangebot unterbreitet. Dies hatte das Magazin "Focus" in seiner aktuellen Ausgabe gemeldet und den Kaufpreis mit zehn Milliarden Mark beziffert. Erich Schumann, Geschäftsführender Gesellschafter der WAZ-Mediengruppe, sagte dem Tagesspiegel am Montag: "Diese Meldung ist falsch." Es gebe weder Verhandlungen über die Gesamtgruppe noch über einzelne Teile. Nach Schumanns Aussage ist der Essener Medienkonzern generell an einer solchen Erweiterung seines Portfolios wenig interessiert: "Die WAZ-Gruppe ist dafür bekannt, besonders im Zeitungsgeschäft im Markt vorhandene Gelegenheiten zu nutzen." Schumann dementierte nicht, dass sich derartige Expansionspläne auch auf den Berliner Zeitungsmarkt beziehen würden. Der WAZ-Gruppe wurde immer wieder Interesse an einer Beteiligung, wenn nicht an einer Übernahme der "Berliner Zeitung" nachgesagt.

Dieses Blatt gehört über den Hamburger Verlag Gruner + Jahr zum Bertelsmann-Konzern in Gütersloh. Bertelsmann ist wesentlich an der international operierenden Senderfamilie RTL Group beteiligt, bei der auch die WAZ-Mediengruppe engagiert ist. Zwischen WAZ und Bertelsmann gab es bereits mehrere Verhandlungsrunden über folgenden Tausch: Bertelsmann trennt sich von Zeitungs-Beteiligungen, die die WAZ übernimmt, dafür gibt der Essener Konzern seine RTL-Group-Prozente an Bertelsmann weiter. Die WAZ-Mediengruppe jedenfalls scheint an diesem Deal weiterhin interessiert. Erich Schumanns Antwort auf die Frage, ob das genannte Gegengeschäft denn doch noch zustande kommen könnte: "Diese Frage müssen Sie an Bertelsmann richten."

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