Medien : Kein „Solidarzuschlag“ für Parlaments-TV

Jenni Roth

Mit einem Bildergeschenk für das deutsche Fernsehen wartet der Bundestag in diesen Tagen auf: „Das Parlamentsfernsehen stellt allen Sendern kostenlos die Bilder vom Visa-Untersuchungsausschuss zur Verfügung“, erklärte Pressereferent Michael Reinold.

Damit übernimmt der Bundestag die Kosten für Kamerateams, für sonstiges Dienstleistungspersonal sowie technisches Equipment. Kommt „Fischer-TV“ den Steuerzahler am Ende also teuer zu stehen? Nein, meint Reinold, denn „das Bundestagsfernsehen ist ohnehin da, und Kosten für eine Sondersitzung wie den Untersuchungsausschuss lassen sich nicht auf den Punkt beziffern“.

Rund eine Million Euro Betriebs- und Personalkosten seien pro Jahr im Bundestagsbudget für die Fernsehübertragungen eingeplant. Diese Summe enthalte die Ausstrahlung sämtlicher Plenarsitzungen ebenso wie Anhörungen zu besonderen Anlässen. Für Reinold ist „Visa-TV“ eine willkommene Gelegenheit zur Werbung: „Wir sind mit eigenen Bildern präsent und können das Parlament in seiner ganzen Breite darstellen.“

Wer in Tagen des „Fischer-TV“ nach Abwechslung sucht, findet sie im Parlamentsfernsehen selbst: Nicht nur Zulieferer von Bildmaterial, ist es auch sein eigener TV-Kanal. Hier stehen Parlamentsdebatten zu Kapitalismuskritik oder Menschenrechten auf dem Programm. Und das kann der Steuerzahler über das digitale Berliner Kabelnetz oder die Premiere-Plattform empfangen.

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