Medien : Kein Spiel verpassen

Als Stick oder Karte: DVB-T-Empfänger für Computer kosten wenig und sind schnell installiert

Kurt Sagatz

Bei dieser Fußball-Weltmeisterschaft kommt keiner zu kurz: 56 der insgesamt 64 Spiele werden im frei empfangbaren Programm auf ARD, ZDF und RTL ausgestrahlt – und wer sein Notebook für das digitale Antennenfernsehen DVB-T (Digital Video Broadcasting – Terrestrial) aufrüstet, muss keines dieser Spiele versäumen. Bereits ab 60 Euro werden entsprechende Empfänger für Laptops und PCs angeboten. Und da die Installation zudem verhältnismäßig einfach ist, kann man seinen Computer in rund zehn Minuten zum WM-Fernseher aufwerten. Kein Wunder, dass zahlreiche Hersteller kurz vor der WM neue, preiswerte Empfänger auf den Markt gebracht haben. Wir sagen Ihnen, welche Gerätetypen es gibt und was sonst zu beachten ist.

GERÄTETYP 1: DER MINI-EMPFÄNGER

Der DVB-T-Empfänger als kleiner feuerzeuggroßer Stick für den USB-Anschluss ist die universellste und zugleich unkomplizierteste Form zum Empfang des digitalen Antennenfernsehens. DVB-T- Sticks können sowohl an Laptops und Notebooks als auch an die großen Schreibtischcomputer angeschlossen werden, wobei die meisten Geräte nur Windows unterstützen. Eine weitere Voraussetzung ist: Die Laptops müssen genügend Leistung haben, um die komprimierten Fernsehsignale ruckelfrei darstellen zu können. Das trifft auf die meisten Geräte zu, die jünger als vier Jahre sind. Der USB-Anschluss muss zudem nach dem Standard 2.0 arbeiten, der für den Transport des Fernsehsignals vom DVB-T-Stick in den Laptop benötigt wird. Mit Preisen ab 60 Euro (Hauppauge WinTV Nova-T-Stick oder AVer TV DVB-T Volar für 69 Euro) sind Sticks die preiswerteste Art, den Computer zum Fernseher aufzurüsten.

GERÄTETYP 2: DIE PC-CARD

Für einige Notebook-Besitzer kann ein DVB-T-Empfänger in Form einer so genannten PC-Card die bessere Alternative sein. Diese Geräte werden in den schlitzartigen PC-Cardslot an der Seite des Laptops eingeschoben. Die Vorteile: Man benötigt für den Fernsehempfang keinen eigenen USB-Anschluss, zudem ragt kein USB-Gerät heraus, das beschädigt werden könnte. Zudem verfügen viele Mobilrechner zwar über genügend Leistung, aber über keinen schnellen USB-2.0-Anschluss. Die Preise für DVB-T-Empfänger in PC-Card-Form beginnen bei rund 80 Euro (Freecom DVB-T CardBus, inkl. Fernbedienung).

GERÄTETYP 3: PC-EINBAUKARTEN

Das Gegenstück zur PC-Card des Laptops ist beim Schreibtisch-Computer die Einbaukarte nach dem so genannten PCI-Standard. Häufig handelt es sich um Kombi-Empfänger sowohl für DVB-T als auch analoges Fernsehen. Der Vorteil der Einbaukarte: Man spart wiederum einen USB-Eingang und zudem werden oftmals auch schwächere TV-Signale in guter Qualität dargestellt. Denn anders als bei USB-Geräten gibt es für Einbaukarten keine Beschränkungen für die Stromaufnahme, so dass die Signale besser verstärkt werden können. Die Preise für solche Karten beginnen bei rund 80 Euro (Pinnacle PCTV PMC 310I DVB-T PCI).

INSTALLATION OHNE HINDERNISSE

Bevor das Laptop-Fernsehen in Betrieb genommen werden kann, muss das neue Gerät über einen Treiber an den Computer angeschlossen werden. Zudem muss auf dem PC ein Programm installiert werden, um die Fernsehfunktionen nutzen zu können. Damit die Installation keine Probleme bereitet, sollte man zumindest die mitgelieferte Kurzanleitung durchlesen. Denn bei der Treiberinstallation gibt es einen grundsätzlichen Unterschied. Ein Teil der Geräte – egal ob nun DVB-T- Stick, PC-Card oder Einbaukarte – lassen sich nur richtig in den Computer einbinden, wenn zuvor von der Software-CD der Treiber mit Hilfe des Installationsprogrammes überspielt wurde. Bei dem anderen Teil wird zuerst das Gerät angeschlossen und erst dann die CD eingelegt, um die Installation zu vervollständigen. Sind Treiber und Software installiert, wird – wie beim herkömmlichen Fernseher – der Sendersuchlauf gestartet. Der Computer scannt das Frequenzspektrum automatisch ab und fügt alle in Reichweite befindlichen Programme in die Programmliste, die nach Abschluss der Suche unter einem einprägsamen Namen abgespeichert wird.

WELCHE ZUSATZFUNKTIONEN GIBT ES?

Verfügt der Computer erst über eine Fernsehkarte, wird er zugleich zum digitalen Videorekorder. Da die Fernsehsignale bei DVB-T bereits digital vorliegen, entfällt das Komprimieren, der Datenstrom kann direkt beim Empfang gespeichert werden. Ein 90-Minuten-Film benötigt um die zwei Gigabyte Festplattenspeicher. Besonders bequem wird das Aufnehmen durch den elektronischen Programmführer, auch Electronic Program Guide oder EPG genannt. Zusammen mit dem TV-Programm übertragen die Sender bei DVB-T auch die Programminformationen. So ist es möglich, mit einem Mausklick die gewünschte Sendung auszuwählen und damit zur Aufnahme zu programmieren. Aber Achtung: Damit die Sendungen tatsächlich vom Anfang bis zum Ende aufgezeichnet werden, ist es sinnvoll, einige Minuten vor und nach der Sendung als Puffer hinzuzunehmen. Auch zeitversetztes Fernsehen, das so genannte Timeshift, ist mit den meisten DVB-T-Empfängern möglich. Wird man beispielsweise durch einen Telefonanruf unterbrochen, wird die Timeshift-Funktion aktiviert. Der Computer zeichnet ab diesem Moment die Übertragung auf und man kann nach Beendigung des Telefongespräches die Fernsehsendung an der Stelle wieder aufnehmen, an der sie unterbrochen wurde. Zudem kann der Fernsehempfänger in Berlin auch als Radioersatz herhalten, da seit einigen Monaten auch rund zwanzig Radioprogramme über die digitale Antennenstrecke übertragen werden.

DVB-T NUR MIT WINDOWS?

Die meisten DVB-T-Empfänger in Stick- oder PC-Card-Format gibt es für Windows-Systeme und hierbei speziell für Windows 2000 und XP. Aber auch Apple-Nutzer müssen nicht auf das digitale Antennenfernsehen verzichten, wenngleich sie dafür etwas mehr bezahlen müssen. Entsprechende Lösungen gibt es unter anderem von Elgato, wobei die Kartenlösung mit rund 100 Euro anders als bei Windows-Geräten sogar preiswerter ist als die Variante mit einem Empfängerstick (140 Euro). Bei Linux entscheidet vor allem die Treiberfrage, ob ein Empfänger mit diesem Betriebssystem läuft. Zudem muss eine Reihe von Einstellungen vorgenommen werden. Interessenten finden dazu unter www.linux-user.de weiterführende Hinweise.

GEZ: SCHON GEZAHLT?

Für die GEZ ist die Sache einfach: Ein Computer mit Fernsehfunktion gilt als Fernseher und es werden entsprechende Gebühren fällig. Wird bereits für einen anderen Fernseher gezahlt, gilt der Fernseh-Laptop als Zweitgerät. Wird der Firmencomputer per DVB-T-Stick zum WM-Fernseher umfunktioniert, muss auch dieses Gerät bei der GEZ angemeldet werden.

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