Medien : Keine Konzert-Fotos!

„Coldplay“ und „Böhse Onkelz“ haben Medienärger

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Die Kölner Tageszeitungen „Kölner StadtAnzeiger“, „Express“ und „Kölnische Rundschau“ haben „aus Protest gegen Knebelverträge“ auf eine Bild-Berichterstattung vom Konzert des englischen Pop-Quartetts „Coldplay“ verzichtet. Das berichtete der „Kölner Stadt-Anzeiger“ am Freitagabend. Die Band trat nach ihrer Deutschland-Premiere am Mittwoch in Hamburg, wo es ähnliche Aktionen gegeben hatte, am Freitagabend in Köln auf. Die drei Zeitungen wehrten sich gegen einen Vertrag des Konzertveranstalters Headlong Tours LLP, der die Fotografen zwingen sollte, ihre Fotos weder zu archivieren noch zu einem späteren Zeitpunkt erneut abzudrucken. Das stellt nach Ansicht der Redaktionen eine unzumutbare Einschränkung ihrer Arbeit dar.

Die Deutsche Presse-Agentur (dpa) hatte am Mittwoch auf die Berichterstattung vom Start der Welttournee von „Coldplay“ in Hamburg verzichtet. Die Veranstalter hatten kurzfristig die Unterzeichnung einer Foto-Rechtevereinbarung verlangt, die aus Sicht der dpa auch im Interesse der Kunden unzumutbar ist.

Ärger hat es am Wochenende auch mit dem Abschiedskonzert der Rockband „Böhse Onkelz“ auf dem Lausitzring gegeben. Die Veranstalter untersagten professionelles Fotografieren während des Konzerts grundsätzlich. Konsequenz: keine Agenturtexte vom Konzert. „Wortberichte ohne eigene Fotos sind Unsinn“, so Horst Grimm, dpa-Chef vom Dienst. Dazu sagt der Lausitzring-Sprecher Marc-Thorsten Lenze: „Ich habe versucht, mit den Veranstaltern zu reden. Die sind sauer, weil die Band von den Medien hartnäckig in die rechtsextreme Ecke gestellt wird, obwohl sie sich seit Jahren davon distanziert.“

Was folgt daraus: weniger Konzert-Berichte? Die Agenturen wollen in Sachen Knebelverträge und Restriktionen hart bleiben, nicht nur die dpa. „Wir sind uns einig, dass wir uns hier nicht gegenseitig ausspielen“, sagt auch ddp-Chefredakteur Joachim Widmann. meh/das/dpa

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