Medien : Keiner hat "peep" lieb: RTL 2 verabschiedet sich von seinem Erotikmagazin

Das RTL-2-Erotikmagazin "peep", mit dem Verona Feldbusch einst bekannt wurde, wird nach der Sommerpause eingestellt. "Das Format ist ausgereizt", sagte der Geschäftsführer des Privatsenders, Josef Andorfer. Die frühere Kultsendung habe zuletzt die Erwartungen nicht mehr erfüllt und genüge offenbar nicht mehr den Ansprüchen der jungen RTL 2-Zuschauer. "Auch die Einschaltquoten erfüllten die Erwartungen nicht mehr." Die Sendung erreichte in der Spitze einen Marktanteil von 12,6 Prozent unter den für die Werbung wichtigen Zuschauern zwischen 14 und 49 Jahren. Andorfer setzt nun auf den Trend zum "Event- und Reality-TV" im Stile von "Big Brother". Die Produktionsfirma MME wollte den Vorgang am Montag nicht kommentieren.

"peep", bei RTL 2 im Mai 1995 gestartet, hatte vor allem im vergangenen Herbst unfreiwillig für Aufsehen gesorgt. Bundeskanzler Gerhard Schröder trat in Gestalt einer lasziven Gummipuppe auf und erörterte seine sexuellen Vorlieben. Der Kanzler wehrte sich gegen die "Überschreitung der Geschmacksgrenzen" und drohte mit juristischen Konsequenzen. Auch die RTL-2-Gesellschafter rügten den Vorfall. Der Sender und die Moderatorin entschuldigten sich.

Seit 1995 wechselte die "peep"-Moderation mehrfach. Ein Jahr lang präsentierte Popsängerin Amanda Lear das Magazin, bis im Juni 1996 erstmals Shootingstar Verona Feldbusch in "peep" auf sich aufmerksam machte. Sie steigerte die Quote der Sendung erheblich, zog sich aber im März 1999 zurück, weil ihr die Sendung "zu pornografisch" geworden war. In ihre Fußstapfen trat die eher blasse Verena Araghi, die noch im Herbst 1999 von Nadja Abdel ("Naddel") Farrag abgelöst wurde.

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