Medien : Kerner-Einsatz mit schlechter Quote

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Der Sondereinsatz von Johannes B. Kerner in Afghanistan hat sich für Sat 1 kaum bezahlt gemacht. Seine „Kerner Spezial“-Sendung am späten Donnerstagabend mit Verteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg (CSU) und Bundeswehrsoldaten in Masar-i-Scharif interessierte durchschnittlich nur 1,01 Millionen Zuschauer (Marktanteil: 7,2 Prozent). War der Talk nicht mehr wert?

Es gibt einfachere Dinge, als eine Kritik über eine Sendung zu schreiben, über die sich jeder Deutsche bereits ein Urteil erlaubt hat, bevor er sie sehen konnte. Viel erfuhr man in den vergangenen Tagen über „Kerner Spezial“, vor allem erfuhr man, dass das so nicht ginge, dass mit Johannes B. Kerner und Karl-Theodor zu Guttenberg und seiner Frau und Afghanistan und den Soldaten. Ganz geklappt hat es dann auch nicht. Zu hölzern wirkte die Regie, der Schnitt war schlecht, und die Idee, den Schminkkoffer in Deutschland zu lassen um Authentizität zu suggerieren, funktionierte nicht. Auch scheint Kerner nach einem Jahr, in dem er eine Magazinsendung moderiert, vergessen zu haben, wie man ein Gespräch führt. Er fragte nicht nach, er las ab.

Das lag vielleicht auch daran, dass nicht er der Star war. Der Star war Guttenberg. Ihn zeigte die Kamera. Stephanie zu Guttenberg tauchte nicht auf. Das ist das Beste, was man über die Sendung sagen kann. Sonst scheiterte der Versuch, eine amerikanische Sendung zu liefern: die Soldaten als Publikum, das schwere Gerät kameratauglich im Hintergrund – das passte nicht zusammen. Neben dem Gesprächsteil gab es Einspielfilme über das Soldatenleben. Und einen Beitrag über einen ehemaligen Soldaten, der mit einem Trauma aus seinem Einsatz zurückgekehrt ist. Diese Beiträge waren grundsolide, sie lieferten Erkenntnisgewinn.

Dann schienen alle froh, dass es vorbei war: Kerner, der wohl lieber aus seinem Hamburger Studio moderiert, Guttenberg, der keine Popstar-Fragen beantworten musste und die überschaubare Zahl an Zuschauern am späten Abend, denen Stephanie zu Guttenberg erspart blieb. Krieg ist schlimmer.Matthias Kalle

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