Kinder-Show : Lachen ist beste Medizin

Der Moderator, Mediziner und Comedian Eckart von Hirschhausen übernimmt die „Maus“-Show im Ersten - und soll damit einen Teil der Pilawa-Lücke füllen

Augenzwinkernd gehen Eckart von Hirschhausen und die Maus in die Show. Foto: dpa
Augenzwinkernd gehen Eckart von Hirschhausen und die Maus in die Show. Foto: dpaFoto: dpa

Jörg Pilawa war im Ersten omnipräsent. Wie omnipräsent, das merkt die ARD jetzt, da sich der Entertainer zum ZDF hin verabschiedet. Gleich mehrere Moderatoren sollen die Pilawa-Lücke bei den Abendshows schließen. Frank Plasberg, Ranga Yogeshwar, Sven Lorig – und Eckart von Hirschhausen. Der 42-Jährige, von Beruf Mediziner und Comedian, übernimmt im Reigen der „Viertel-Pilawas“ mit „Frag doch mal die Maus“ die zuschauerträchtigste Veranstaltung. Heute, um 20 Uhr 15 nach der „Tagesschau“, hat Eckart von Hirschhausen Premiere. Er debütiert in einem Erfolgsformat, von dem er selbst sagt: „Die Sendung ist gut, so wie sie ist, wir müssen da nichts neu erfinden.“

Von Hirschhausen sieht sich als Idealbesetzung, wenn heute Prominente wie Grand-Prix-Teilnehmerin Lena Meyer-Landrut, Schauspielerin Jutta Speidel oder Komiker Wigald Boning Antworten auf kluge und knifflige Kinderfragen suchen. Das passe, sagt er, wunderbar zu dem, was er seit 15 Jahren mache, nämlich Wissenschaft und Unterhaltung verbinden. Bisher auf der Bühne und im Buch, jetzt im Fernsehen.

Bei der „Maus“-Show sei nicht der Moderator der Star, sondern die Kinder, das Publikum, die Kandidaten. „Meine Rolle ist nichts, was den Lauf der Welt anhält. Aber der Samstagabend ist natürlich schon eine große Nummer im Fernsehen“, sagt von Hirschhausen der Agentur dpa. Perfektion findet er langweilig, es darf auch was schiefgehen. Einen guten Moderator erkenne man daran, dass er sich nicht anmerken lässt, dass er ins Schwitzen kommt, sagt der promovierte Kinderneurologe und Wissenschaftsjournalist: „Jeder, der mal zu Omas Geburtstag eine Drei-Minuten-Rede gehalten hat, ahnt, wie schwer es ist, als Moderator fast drei Stunden lang die Spannung zu halten.“ „Frag doch mal die Maus“ dauert 135 Minuten, die Show des WDR ist aufgezeichnet, was dem Sender erlaubt, Hänger, Fehler und spannungsfreie Momente herauszunehmen.

Eckart von Hirschhausen kann mit dem Publikum. Der fertige Mediziner perfektionierte auf immer größeren Bühnen, was der Medizinstudent in Kliniken ausprobiert hatte: andere und sich selbst unterhalten. Vom Stand-up-Comedian über den Zauberkünstler ging es zum Kabarett, zur Comedy, alles mit eigenen Texten. Gekleidet wie ein englischer Landarzt, sucht er im eigenen Berufsstand, im Verhältnis zwischen Arzt und Patient seine Pointen. Von Hirschhausen ist ein Bühnentier.

Seine Fernsehkarriere begann vor 15 Jahren beim WDR, als Praktikant der Wissenschaftssendung „Quarks & Co“. „Dieses Wissenschafts-Entertainment ist ein echter Trend, ein Genre, das es so vor einigen Jahren noch gar nicht gab“, sagt von Hirschhausen. Sein Anspruch an den Fernsehmann ist, nur Sendungen zu machen, die er selber gucken würde. Demnach guckt der Mann aus Frankfurt am Main auch die Talkshow „Tietjen und Hirschhausen“ des NDR, die er seit September 2009 mitmoderiert. In diesem Herbst kommt eine zweiteilige ARD-Quizshow rund um den menschlichen Körper dazu und am 20. Mai der „Gedächtnistest“.

Was er sich zugutehält: „Komplizierte Themen aus Psychologie und Medizin so herunterzubrechen, dass es jeder versteht und dass man sieht, was es mit dem eigenen Leben zu tun hat.“ Mit Titeln wie „Die Leber wächst mit ihren Aufgaben“ (2008) oder „Arzt–Deutsch, Deutsch–Arzt“ (2007) gilt er zudem als erfolgreicher Sachbuchautor.

An erster Stelle rangiert aber klar das medizinische Kabarett. „Ich bin im Kern ein Arzt geblieben, aber die Spielfelder sind unterschiedlich“, sagt von Hirschhausen, dessen Stiftung Humor Hilft Heilen schwer kranken Kindern in Kliniken mit Clown-Vorführungen heitere Momente verschafft. jbh

„Frag doch mal die Maus“, 20 Uhr 15, ARD

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