Kinder-TV : Das Glück fliegt in der Wiese

Die Zeichentrick-Kultserie „Biene Maja“ kehrt wieder zurück – deutlich verschlankt, in 3-D und ohne Karel Gott.

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Eine Klatschmohnwiese. Tausende Arten von Blumen und Blüten, viel Gelb und Grün am Boden, strahlendes Licht, viele Insekten, zwischendrin ein bekanntes Gesumme, eine bekannte Stimme, hektisch hin- und herfliegend. Für Millionen Erwachsene gehörte die „Biene Maja“ Mitte, Ende der 1970er Jahre zu den prägenden Erfahrungen im Kinderfernsehen. Fast 95 Prozent der Deutschen kennen diese Trickfigur. Das reicht eigentlich schon, sich die Abenteuer von Honigbiene Helene VIII., der regierenden Bienenkönigin, Fräulein Kassandra, Majas Erzieherin, Peppi, dem Rosenkäfer und natürlich Willi, Majas Freund, mit seinen Kindern heute wieder anzuschauen. Dem ZDF offenbar nicht, die Mainzer bringen die „Biene Maja“ ab Sonntag in neuer 3-D-Optik und in deutlich verkürzten 78 Folgen ins Kinderfernsehen zurück.

Dafür musste die bereits 1912 in einem Kinderbuch erfundene Trickfigur abspecken: Eine Biene mit Wespentaille quasi. Die Technik ist schuld. Auf die Klatschmohnwiese hätte die dicke Biene Maja nicht einfach in 3-D übertragen werden können, sagt ZDF-Redaktionsleiterin Irene Wellershoff. Den Machern ist durchaus bewusst, dass sie damit einen schwierigen Spagat riskiert haben. „Ein Remake ist immer auch ein Wagnis“, sagt die Leiterin der Kinderredaktion, Barbara Biermann. Durch diese Art Aufbereitung werde die Serie aber auch in die Zukunft gerettet. Die alten Bilder von 1976 waren größtenteils auf 16 Millimeter- Filmmaterial vorhanden, das sich nicht ins HDTV-Format umwandeln und daher bald wohl nicht mehr nutzen lässt.

Das mag wohl so angehen. Das mit der Titelmusik nicht. Nichts gegen Schlagerstar Helene Fischer, aber warum „In einem unbekannten Land“ nicht weiter von Karel Gott gesungen werden darf, bleibt das Geheimnis des Lerchenbergs.

„Die Biene Maja“, ZDF,

Sonntag, 7 Uhr 05

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