• Kinderpornos, Gewalt und rechte Parolen Jugendschutz.net seit zehn Jahren im Netz aktiv

Medien : Kinderpornos, Gewalt und rechte Parolen Jugendschutz.net seit zehn Jahren im Netz aktiv

Kurt Sagatz

An Aufgaben mangelt es der länderübergreifenden Einrichtung Jugendschutz.net mit Sitz in Mainz nicht: Ganz im Gegenteil, sie sind eher umfangreicher geworden, beispielsweise durch Onlinerollenspiele. Nicht nur Internet-Chaträume, auch diese Medien dienen Pädophilen zur Kontaktanbahnung. „Was Friedemann Schindler als Leiter von Jugendschutz.net und die 17 Mitarbeiter der Einrichtung an Schmutz zu sehen bekommen, darum sind sie nicht zu beneiden“, sagt Thomas Feibel vom Berliner Büro für Kindermedien. Mehrere tausend Beschwerden von Internetnutzern kommen seit Gründung der Einrichtung 1997 jedes Jahr zusammen. In rund 2000 Fällen musste Jugendschutz.net im Jahr 2005 wegen pornografischer und rechter Inhalte aktiv werden oder wegen gewaltverherrlichender Seiten. Immerhin: Die Arbeit der Jugendschützer zahlt sich aus. Die Statistik weist eine Erfolgsrate von 70 Prozent aus, in denen die Mails oder Anrufe der Jugendschützer bei den Inhalteanbietern oder Providern zur Einstellung der Seiten oder der Entfernung der beanstandeten Inhalte führten. Selbst international sind die Erfolgsaussichten oftmals besser als erwartet: Jugendschutz.net ist an mehreren internationalen Vereinigungen beteiligt, die unter anderem in Europa, Russland und den USA aktiv sind. 2006 gelang es Jugendschutz.net so, ein Hinrichtungsvideo aus dem Irak, das über einen US-Server verbreitet wurde, aus dem Netz entfernen zu lassen. Daneben kommt es aber auch darauf an, den Jugendschutz zu Hause stärker zu verankern. „Wenn Raubkopien von Spielen ins Kinderzimmer gelangen, wird jeder Jugendschutz umgangen. Da sind USK und Jugendschutz.net machtlos“, appelliert Kindermedienexperte Feibel an die Eltern. Kurt Sagatz

www.jugendschutz.net

0 Kommentare

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben