Medien : Kinderprogramme: Super RTL schlägt Kinderkanal

Joachim Huber

Der Kinderkanal ist ein öffentlich-rechtliches, werbefreies Programm. Super RTL ist ein privates, werbetragendes Angebot. Und Super RTL wird von mehr Kindern zwischen drei und 13 Jahren eingeschaltet als der Sender von ARD und ZDF. Konstant ist der Abstand nicht, in den vergangenen zwölf Monaten hat er zwischen 300 000 Zuschauern und 700 000 geschwankt: Auch das junge Publikum will täglich neu gewonnen werden, seine "Kanal-Treue" hängt stark vom aktuellen Programm ab. Super RTL segelt hart am Geschmack des Publikums und zieht beträchtlichen Nutzen aus seinem Gesellschafter Walt Disney, der zu 50 Prozent beteiligt ist. Disney ist wahrlich Experte in der Kinder-Unterhaltung. Bei Super RTL reiht sich ein Produkt ans andere aus der Disney-Fabrik, wer das Programm einschaltet, sieht viel synchronisierte US-Ware. Der Kinderkanal ist gemischter in seinem Angebot. Da laufen amerikanische Serien, internationale Koproduktionen und deutsche Programme - und natürlich alle Klassiker von "Pippi Langstrumpf" bis zur Augsburger Puppenkiste, mit denen schon die Eltern der KIKA-Seher das Medium kennen und schätzen gelernt haben. Da ist pädagogisch Wertvolles drunter, was manchen wohl dazu bringt, zu Super RTL zu zappen. Der Unterhaltungs-Faktor ist beim Privatfernsehen stärker ausgeprägt als beim öffentlich-rechtlichen System. Das wissen die Kleinen - und die Großen ebenso.

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