Kinderweb : Sicherheitsnetz

fragFinn.de, eine Suchmaschine für Kinder, hat 5000 unbedenkliche Webseiten gelistet – und bietet nun auch eine Bildersuche

Anett Selle
Kulturstaatsministerin Monika Grütters und Claude Schmit drückten gemeinsam auf den roten Knopf Foto: Jürgen Morgenroth
Kulturstaatsministerin Monika Grütters und Claude Schmit drückten gemeinsam auf den roten KnopfFoto: Jürgen Morgenroth

„Das Internet ist wie eine Welle: Entweder man lernt, auf ihr zu schwimmen, oder man geht unter“, sagte Bill Gates, der Gründer der Software-Firma Microsoft in den Neunzigern. Seitdem hat sich das Internet weiterentwickelt – es ist größer geworden, vielfältiger und unsicherer. Eigenschaften, denen sich Nutzer anpassen müssen und die auch Minderjährigen den Einstieg erschweren können. Umso interessanter sind Web-Angebote für Kinder, wie die Suchmaschine fragFinn.de, deren neues Angebot jetzt freigeschaltet wurde.

Seit 2007 bietet fragFinn einen geschützten Raum, in dem Kinder auch ohne Betreuung durch Erwachsene das Internet erkunden können. Dafür greift die Suchmaschine auf eine Liste aus etwa 5000 Kinderinternetseiten und für Kinder unbedenklichen Erwachsenenseiten zurück, die von Medienpädagogen redaktionell geprüft und täglich aktualisiert und ergänzt wird. Der Verein fragFinn e.V., der hinter der Suchmaschine steht, hat sich zum Ziel gesetzt, „das Vertrauen von Kindern, Eltern und Pädagogen in das Medium Internet zu stärken“.

„Kinder erwerben spielerisch Medienkompetenz.“

Am Montag haben Kulturstaatsministerin Monika Grütters und Claude Schmit, Geschäftsführer des Kinderfernsehsenders Super RTL sowie Vorsitzender von fragFinn e.V., in Berlin gemeinsam das neue Angebot freigeschaltet – und damit diverse neue Funktionen: So ist fragFinn.de die erste Suchmaschine für Kinder, die eine Bildersuche anbietet. „Dies ist ein wichtiger Meilenstein für die Nutzerfreundlichkeit einer vermehrt visuell geprägten Generation von Internetanfängern“, sagte Schmit. Für eine kompetente und reflektierte Internetnutzung sei der Umgang mit verschiedenen Darstellungsformen im Netz unumgänglich.

Darüber hinaus ist fragFinn nun auch barrierefrei nutzbar. Eine Vorlesefunktion, bei der das jeweils vorgelesene Wort farbig markiert wird, hilft sehbehinderten und leseschwachen Kindern. Außerdem können Videos mit Audiodeskription abgerufen werden, so dass das, was im Bild zu sehen ist, von einem Sprecher oder einer Sprecherin beschrieben wird; und auch Untertitel können aktiviert werden, was die Inhalte auch für Gehörgeschädigte verfügbar macht. „Mit fragFinn werden Mediennutzung und Medienumgang pädagogisch begleitet", sagte Kulturstaatsministerin Grütters, „Kinder erwerben so spielerisch die für ihr Leben wichtige Medienkompetenz.“ Das dies nun auch barrierefrei geht, sei eine Antwort auf die Bedürfnisse des jungen Publikums.

2015 verzeichnete fragFinn rund 680.000 Besuche pro Monat. Nicht nur die Suchfunktion lockt junge Nutzer auf die Seite, sondern auch die eigenen Inhalte. fragFinn bietet unter anderem einen Surftipp sowie ein Video des Tages, Nachrichten, Spiele, Berichte der Finn-Kinderreporter und Mitmach-Aktionen, wie die Einsendung von Namensvorschlägen für Charaktere auf der Startseite.

Trickfilme, Opern und Hörspiele selbst gemacht

fragFinn ist Teil der Initiative „Ein Netz für Kinder“ der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien. Finanziert und getragen wird der Verein hingegen von der Privatwirtschaft: Zu den Mitgliedern gehören Unternehmen und Verbände der Telekommunikations-, Internet- und Medienbranche wie die Deutsche Telekom, Disney, Google, Super RTL und Vodafone. Außerdem ist fragFinn kompatibel mit anderen Anwendungen für Kinder, beispielsweise dem Programm KinderServer, das das Internet auf einem Gerät auf kindergerechte Seiten beschränkt.

Und „Ein Netz für Kinder“ unterstützt nicht nur fragFinn: Von 2008 bis 2015 wurden 128 Projekte mit insgesamt 9,3 Millionen Euro finanziert. 80 Webseiten haben bis Juni 2016 mehr als 160 Auszeichnungen und Preise erhalten und werden monatlich von etwa 2,6 Millionen Nutzern besucht.

Das Angebot ist vielfältig: Auf kinderzeitmaschine.de können Kinder durch die Geschichte reisen und bei nelas-welt.de finden sie Ideen für naturwissenschaftliche Experimente; auf trickino.de können sie Trickfilme selbst machen, auf opera-maker.de eine eigene Oper erfinden und inszenieren, audioyou.de bietet kostenlose Hörspiele und ermöglicht das Erstellen eigener Geschichten und tausch-dich-fit.de kombiniert kindgerecht aufbereitete Informationen über die Wirtschaft mit einer Tauschbörse.

„Da wächst eine neue Generation von Programmierern heran“, sagte Monika Grütters dazu. Doch selbst wenn die Kinder nicht Programmierer werden: Der Medienkompetenz und Allgemeinbildung schadet das Surfen im Kinderweb nicht.

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