Medien : Klarer Schnitt nach Imageverlust

Gruner + Jahr trennt sich von USA-Chef / Axel Ganz übernimmt

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Daniel B. Brewster, der Präsident und Firmenchef der amerikanischen Gruner+Jahr Tochterfirma, ist mit sofortiger Wirkung ausgeschieden. Der 48-Jährige hatte G + J USA seit Juni 2000 geführt. Axel Ganz, der Chef der internationalen Magazinsparte von G + J, werde die Aktivitäten von G + J USA gemeinsam mit dem dortigen Management leiten. Die Suche nach einem Nachfolger Brewsters habe begonnen, hieß es am Donnerstag. Es seien keine weiteren Veränderungen in der Führung und im Management der Gesellschaft geplant. Ganz wollte sich zu den Gründen für Brewsters Ausscheiden nicht äußern.

Brewster war in die Schusslinie geraten, nachdem es zu gerichtlichen Auseinandersetzungen mit dem Talk-Show-Star Rosie O’Donnell im Zusammenhang mit dem gemeinsam herausgebrachten und inzwischen eingestellten Magazin „Rosie“ gekommen war. Weiteren Imageschaden erlitt die Firma durch den Vorwurf, sie habe Anzeigenzahlen für mehrere Magazine inflationiert.

Brewster war vor dreieinhalb Jahren von der American-Express-Magazinsparte zu Gruner+Jahr USA gekommen. Das Unternehmen hatte kurz vor seinem Eintritt für viel Geld das Wirtschaftsmagazin „Inc.“ gekauft. Dann folgte der Kauf von „Fast Company“. Das auf die „neue Wirtschaft“ ausgerichtete Magazin hatte auf dem Höhepunkt des Internet-Booms große Erfolge, doch brachte das Ende der Spekulationsblase einen deutlichen Anzeigenschwund.

Der langjährige G + J-Manager und Vorstand Axel Ganz will das amerikanische Geschäft weiter ausbauen. Das Unternehmen habe führende Magazine und plane neue Titel. G +J sei dem US-Markt sehr stark verpflichtet, sagte er am Donnerstag.

Bei G + J USA erscheinen auch Magazine wie „Parents“, „Child“, „Family Circle“ und „YM“. Der Verlag, der zu 74,9 Prozent der Bertelsmann AG und zu 25,1 Prozent der Jahr-Gruppe gehört, ist einer der führenden amerikanischen Magazinverlage. Tsp/dpa

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