Medien : Kli-Kla-Klawitter

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Eigentlich sollte sie eine Schildkröte sein, sah aber aus wie eine Ratte und war in Wirklichkeit eine Marionette. So wurden Kinder in den 70ern an der Nase rumgeführt. Vielleicht war deshalb die Karriere von Elvira Klawitter schon nach 52 Folgen zu Ende. Zeit genug, um am längsten Strumpf der Welt zu stricken. Und um – mit Hilfe der Initialen des Hasen Klicker und des Bastlers Klamotte – dem Vorschulprogramm Kli-Kla-Klawitterbus einen n zu geben. Von 1973 bis 1977 hatten die drei ihren Wohnsitz in einem roten Autobus im ZDF. Offensichtlich waren signalfarbene Busse zu dieser Zeit in: Der Bayerische Rundfunk schickte zeitgleich „Das feuerrote Spielmobil“ ins Rennen. Im Gegensatz zum Spielmobil stand das ZDF-Gefährt allerdings ohne Motor und Räder auf einem Spielplatz rum.

Nur manchmal nahm Herr Pausewang, der Kioskbesitzer, den Bus auf rätselhafte Weise in Betrieb und fuhr mit den Kids durch die Stadt. Dann war der Bus nur halb so voll wie im Zeichentrick-Vorspann, in dem er aus allen Nähten zu platzen drohte. Das Lied dazu ging so: „Fahr mit im Kli-Kla-Klawitterbus, wir haben sehr viel Platz, für Hund und Katz und Spatz.“

Und für ein Känguru: Max war für die Lese-Rechtschreibschwäche der unter Sechsjährigen zuständig und hüpfte über Buchstaben. Er wechselte sich mit den Knetfiguren ab – unter ihnen die Zwillinge Teddy und Freddy, die in ihren Ringel-Shirts aussahen wie Leistungsturner. Sie kamen zum Zug, wenn die echten Kinder gerade nicht mit Herrn Pausewang diskutierten. Zum Beispiel über paarungsfreudige Meerschweinchen. Löffelchen hatte nämlich erst zwei, plötzlich aber 48 pelzige Mitbewohner! Langweilig war der Kli-Kla-Klawitterbus nur, wenn der Grafik-Spot über den Bildschirm flimmerte: Farbige Karos, Dreiecke und Kreise, die miteinander verschmolzen. Dann lieber rammelnde Meerschweinchen. Jutta Heess

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