Medien : Knight Rider

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Im Notfall war auf den Knight Industries Two Thousand, kurz K.I.T.T., stets Verlass. Jedes Mal, wenn Dauerwellenheld Michael Knight in der Klemme steckte und hilflos in seine klumpige Armbanduhr krächzte „Kumpel, hol mich hier raus!“, folgte der getreue Blechritter dem Funkspruch seines Herrn und Meisters. Brav surrte der schwarze Pontiac Trans Am mit dem roten Flimmern auf der Motorhaube im „Silent Mode“ zur Gefahrenzone, um eindrucksvoll zu demonstrieren, wie sprechende, unkaputtbare Superfahrzeuge mit eigener Persönlichkeit die Schurken dieser Welt unmissverständlich zum Schweigen bringen: indem sie ihnen zum Beispiel Autotüren vor den Allerwertesten hauen, sie mit Auspuffabgasen zunebeln, einsperren und per Schleudersitz an die frische Luft befördern oder ihnen, oh Wunderwerk der Technik, ein paar unflätige Bemerkungen hinterherrufen.

Aber nicht nur bei der Verbrechensbekämpfung im Auftrag der Foundation für Recht und Verfassung boten K.I.T.T. und Partner Michael eine unvergessliche Performance. Seit dem Revival des „Petting-statt- Pershing“-Jahrzehnts ist „Knight Rider“ zum Kulterlebnis erwacht: Musik, Klamotten, ja sogar die Frisuren machen aus der TV-Serie „ein Manifest der 80er Jahre“, so RTL zur Wiederholung aller 88 Episoden.

Ab 11. August, jeweils sonntags um 16 Uhr 45, wehren sich ein Mann und sein Auto noch einmal gegen das Unrecht. Wie in alten Zeiten darf K.I.T.T. mit neu abgemischtem Digital-Sound im „Super Pursuit Mode“ mit 300 Meilen pro Stunde über amerikanische Highways brausen, dank „Turboboost“ über zerstörte Brücken springen oder sich im „Ski Mode“ auf zwei Rädern zwischen engen Häuserblocks hindurchquetschen. Und „Baywatch“-Liebling David Hasselhoff, dann wieder in schwarzer Ledermontur, gibt Tausenden von Gerechtigkeitsfanatikern unter den TV-Guckern Anlass zur Hoffnung: Die Zeit der Strandkorb-Maulhelden in Badehosen der 90er Jahre ist vorbei – zumindest bis 2010.Stephan Alexander Weichert

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