Medien : Königliche Einsicht?

ARD denkt an Koordination bei Royal-Terminen

Joachim Huber

Charles und Camilla heiraten jetzt am Samstag. Die Verschiebung der Trauung führt zugleich zur Verschiebung der Übertragungen der drei Fernsehsender ARD, ZDF und RTL. Aber ein bisschen scheint sich auf öffentlich-rechtlicher Seite auch die Einstellung verschoben zu haben. Offensichtlich wird bei der ARD darüber nachgedacht, „dass wir uns auf Sicht tatsächlich mit dem ZDF auf eine abwechselnde Royalty-Berichterstattung verständigen“, wie ein ARD-Mitarbeiter sagte.

Wann und in welchen Fällen, wäre noch mit dem ZDF zu diskutieren und zu klären. Dessen Chefredakteur Nikolaus Brender hat dazu einen Vorschlag entwickelt. Er unterscheidet bei den Terminen royal nach „Top-Ereignis und Nicht-Top-Ereignis“. Die Charles-undCamilla-Trauung wäre in seinen Augen kein „Top-Ereignis, sondern Teil eines möglichen Reißverschlussverfahrens, nach dem wir uns bei der Übertragung der Nicht-Top-Ereignisse mit der ARD abwechseln würden.“

Die wahrscheinliche Absage eines „Royal-Rat-Race“ der beiden öffentlich-rechtlichen Sender bei allen Terminen wird nicht bei allen ARD-Mitarbeitern Beifall finden. Schließlich versteht sich das Erste als Royal-Deluxe-Sender. Nicht zuletzt dank des führenden Adels-Experten Rolf Seelmann-Eggebert konnte die ARD immer, wenn sie in direkter Konkurrenz zum Zweiten übertrug, mehr Zuschauer auf sich vereinen als das ZDF. Die ARD hat die Royalty-Berichterstattung erfunden und beruft sich dabei auf ihre lange Tradition, die schließlich 1953 mit der Übertragung der Krönung von Elizabeth II. begründet worden sei. „Das ZDF fing erst 1963 zu senden an“, klagte ein ARD-Royalist und verwies mit Bitterkeit auf die „Versuche des Zweiten, die ARD mit intensiver Royalty-Berichterstattung links und rechts überholen zu wollen“.

In der Vergangenheit hatte es immer wieder Streit um die Programmabstimmung bei ARD und ZDF gegeben. Nach den Doppel-Übertragungen bei den königlichen Hochzeiten in Spanien und Dänemark hatte es jede Menge Kritik wegen unnötiger Gebührenverschwendung gegeben.

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