Medien : Kojak

Andreas Kötter

So mancher Thirtysomething wird sich erinnern: Die schönsten Spielzeug-Autos kamen von der britischen Marke Corgi Toys. Die betrieb schon in den 60er Jahren so was wie Merchandising und legte die passenden Autos zu den populärsten TV-Serien auf, von "Daktari" bis "Starsky & Hutch". Und "Kojak".

Ein Lutscher und Sprüche der Marke "Who loves ya baby?", das waren neben einer spiegelblanken Glatze die Markenzeichen des New Yorker Polizei-Lieutenants Theo "Kojak" (Telly Savalas). "Einsatz in Manhattan" lautete damals, Mitte der 70er Jahre, der deutsche Titel dieser US-Krimiserie; in diesem Fall machte die deutsche Version beinahe mehr Sinn als der Originaltitel. Zwar stand der charmante Macho Kojak im Mittelpunkt, dennoch bereitete die Serie mit ihrer realitätsnahen Schilderung des New Yorker Polizei-Alltags und mit genau beobachteten Milieuschilderungen den Boden für spätere, hoch gelobte Serien wie "Hillstreet Blues" und "NYPD Blue". Erstklassige Drehbücher, unter anderem von Donald P. Bellisario ("Magnum"), die deutlich mehr Gewicht auf Dialoge denn auf Action legten, verliehen dem eigenwilligen Gerechtigkeitsfanatiker Kojak und seinen Kollegen (unter anderen Savalas Bruder George als Detective Stavros) so viel Authentizität, dass auch die echte New Yorker Polizei Lob spendete.

Kein Wunder, dass sich Telly Savalas, in über 70 Filmen vor allem als Bösewicht in Erscheinung getreten, mehr und mehr mit seiner Filmfigur identifizierte. "Nennen Sie mir den Unterschied zwischen Telly und Kojak, und ich nenne Ihnen den zwischen Äpfeln und Apfelkuchen", sagte er in einem Interview. Und weil "Kojak" in den USA auch noch den Absatz von Lutschern um 500 Prozent steigerte, kann man auf seine Frage "Who loves ya baby?" getrost antworten "Everyone!" Was schließlich dazu führte, dass der mittlerweile zum Inspektor beförderte "Kojak" nach elfjähriger Pause 1989 mit einer Reihe von TV-Movies auf den Schirm zurückkehrte.

0 Kommentare

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben