Kommentar : Netzer! Delling? Beckmann? Scholl?

Ich habe Angst. Nicht davor, dass Günter Netzer zurückkehren könnte, dass der Experte emeritus plötzlich wieder neben Gerhard Delling steht. Diese meine Angst ist in die Zukunft gerichtet. Gerhard Delling und Reinhold Beckmann werden zukünftig die Live-Fußballspiele im Ersten moderieren.

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Der dafür gehälftete Experte heißt Mehmet Scholl. Nicht vor Scholl habe ich Angst, sondern vor den Kombinationen Beckmann/Scholl und Delling/Scholl. Erstere ist seit der EM 2008 im Einsatz, aber eben nicht weiter verhaltensauffällig geworden, weil die wirklich wichtigen Spiele von Netzer/Delling durchgenommen wurden.

Erst jetzt kommt die ganz große Bühne. Beckmann sollte noch mal Videos der abgelaufenen WM in Südafrika studieren. Da versuchte sich der Bumsfidele in männerwitziger Analyse, Todsünde 1, und er versuchte, der bessere Experte neben Scholl zu sein, Todsünde 2. Reinhold B. Du bist und du bleibst der Assi vom Scholl! Du stellst Fragen, der Experte antwortet, so sieht das aus.

Für Delling/Scholl habe ich überhaupt keine Vision. Wenn der bemerkenswert uneitle Scholl da so im Studio Pullover, die er, wenn er einen älteren Bruder hat, vor 35 Jahren von jenem geerbt hat und jetzt aufträgt, dann erinnert Scholl immer an die „Sportfreunde Stiller“. Scholl könnte Manager der bayerischen Indie-Rock-Krachmacher sein. Wie soll das gut gehen, wie soll Delling, der ganz oben, der an der Küste siedelt, beim Scholl ein inneres Oktoberfest auslösen?

Also doch wieder Günter Netzer. Der Experte h.c., ein Mensch, den man im öffentlichen Bild vermissen wird. Kenntnis statt populärer Kenntnis.

Halt! Netzer ist gegangen, am Samstag beim Spiel um den dritten WM-Platz mit 23,6 Millionen Zuschauern. Der inszenierte Abschied hatte seine doofen Momente, egal. Zum öffentlichen Du mit Delling ist es nicht gekommen. Scholl – Beckmann – Delling: tja.

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