Kooperation zwischen Verlagen : Bewegung auf dem Berliner Zeitungsmarkt

Nirgends ist der Zeitungsmarkt so umkämpft wie in Berlin. Die Mediengruppen Funke und DuMont sind offen für Gespräche.

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Hartes Pflaster: Der Zeitungsmarkt in Berlin ist umkämpft.
Hartes Pflaster: Der Zeitungsmarkt in Berlin ist umkämpft.Foto: AFP

Wohl nirgends ist der Zeitungsmarkt traditionell so umkämpft wie in Berlin. Da kann es helfen, Allianzen zu bilden und Synergien zu nutzen. Zwischen der Funke-Mediengruppe, die die „Berliner Morgenpost“ herausgibt, und der DuMont-Mediengruppe mit der „Berliner Zeitung“ und dem „Berliner Kurier“ hat es deshalb in den vergangenen Monaten immer wieder Gespräche gegeben. Einem Bericht der „FAZ“ zufolge soll es dabei um eine Zusammenarbeit im Vertrieb und der Vermarktung, aber auch um mögliche redaktionelle Kooperationen gegangen sein.

Demnach soll die umsatzstärkere Funke-Gruppe DuMont überregionale Inhalte für „eine niedrige dreistellige Summe je Zeitungsseite“ angeboten haben. Die Gespräche seien gescheitert.

"Wir sind immer offen für Gespräche"

Funke wollte sich dazu nicht äußern, ein DuMont-Sprecher bestätigte dem Tagesspiegel jedoch die Bereitschaft zu weiteren Verhandlungen. „Wir sind immer offen für Gespräche.“ DuMont scheint aber auf die eigene Gemeinschaftsredaktion zu setzen, in der „Kurier“ und „Berliner Zeitung“ kooperieren, wodurch der Verlag 50 Stellen streichen konnte. Künftig sollen auch die Politikseiten der „Hamburger Morgenpost“ in Berlin entstehen, produziert von Redakteuren, die von Hamburg in die Hauptstadt wechseln.

Vom Rhein nach Berlin: 2013 kaufte Funke unter anderem die Morgenpost von Springer.
Vom Rhein nach Berlin: 2013 kaufte Funke unter anderem die Morgenpost von Springer.Foto: dpa

Ob redaktionelle Kooperationen zwischen konkurrierenden Zeitungsverlagen kartellrechtlich überhaupt möglich sind, ist fraglich. Eine Gesetznovelle gegen Wettbewerbsbeschränkungen ermöglicht seit Juni die Zusammenarbeit zwischen Verlagen bei der Vermarktung und beim Vertrieb. So dürfen sich Verlage zum Beispiel bei Preisen und Rabatten absprechen.

In Berlin gibt es bis auf den Logistikdienstleister „Berlin Last Mile“ für die Zustellung der Verlage von Tagesspiegel, „Berliner Morgenpost“ und „Berliner Zeitung“ trotz Novelle keine weitergehenden Kooperationen.

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