Korruption im Visier : Geld, Gier, Krieg

Ein Themenabend auf Arte widmet sich der Korruption und den Menschen, die gegen sie kämpfen. Ins Visier gerät dabei auch Italiens Ministerpräsident Silvio Berlusconi.

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Mehr als eine Affäre: Italiens Ministerpräsident Silvio Berlusconi. Foto: dpa
Mehr als eine Affäre: Italiens Ministerpräsident Silvio Berlusconi. Foto: dpaFoto: dpa

Helen Garlic ist kurz vor dem Ziel. Monatelang hat sie Arbeit, Zeit und Nerven investiert. Dann setzt Tony Blair, zu der Zeit noch Premier des Vereinigten Königreichs, ihren Ermittlungen ein Ende. Aus Gründen der nationalen Sicherheit, wie es heißt. Als Staatsanwältin ist Garlic darauf spezialisiert, Korruptionsaffären aufzudecken. Sie will beweisen, dass der Rüstungskonzern British Aerospace unlautere Geschäfte mit den Saudis macht. Die Regierung aber braucht deren Unterstützung im Kampf gegen den Terror. Also verschwinden die Akten im Schrank. Arte sendet die Dokumentation „Der Club der Unbestechlichen“ im Themenabend „Kampf der Korruption“.

Im Mittelpunkt steht die internationale Vereinigung „Network“. Mehr als eine Billion Dollar, schätzt die Weltbank, werden jährlich an Bestechungsgeldern gezahlt. Filmemacherin Hege Dehli gibt über 52 Minuten Einblick in einige Fälle. In Island versuchen „Network“-Anhänger die dranzukriegen, die Mitschuld am Staatsbankrott tragen. Fabio Pasquale, der Italiens Ministerpräsident Silvio Berlusconi im Visier hat, resümiert: „Schmiergeldzahlungen sind zu einer Methode geworden, die Gesellschaft zu organisieren.“

Zwei Mal im Jahr kommen die 20 Korruptionsjäger von „Network“ zusammen. Hege Dehli hat ein Treffen in Berlin besucht. Herausgekommen ist ein Film, dessen zentrale Aussagen sind: „Das System funktioniert nicht.“ „Die Gier muss aufhören.“ „Es ist wie im Krieg: Irgendwann gibt eine Seite auf.“ Da wäre mehr Dramatik in der Inszenierung gerechtfertigt gewesen.

Kampf der Korruption, 21 Uhr 15, Arte

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