Medien : Kosovo-Doku: Kfor und Feldmeyer irren

"Es begann mit einer Lüge"[Ihr ARD-Film &uum]

"Es begann mit einer Lüge", Ihr ARD-Film über den Kosovo-Krieg, ist in die Kritik gekommen. Kfor und Mitarbeiter Besniak Hamiti werfen Ihnen an einigen Stellen Manipulation vor. Gibt es Schwachstellen?

An unseren Recherchen gibt es nichts zu rütteln, die stehen wie eine Eins. Das wissen auch alle Fachleute, die sich mit den von uns recherchierten Ereignissen beschäftigt haben. An den Bemerkungen des Herrn Rettelbach vom Kfor-Pressezentrum sollte man Zweifel haben, denn er gibt zwar Äußerungen weiter, die Herr Hamiti gemacht haben soll, aber offenbar stimmt das nicht präzise mit dem überein, was Herr Hamiti in einem vertraulichen Gespräch erzählt hatte. Herr Rettelbach, und in seinem Windschatten leider auch der Kollege Feldmeyer von der "FAZ", verbreiten deshalb meiner Ansicht nach zum Teil unglaublichen Unfug. Nur ein Beispiel von vielen: Angeblich sei in unserem Film ein Interview-Ausschnitt falsch übersetzt worden. So hätte ein Augenzeuge auf die Frage, wie sein Haus zerstört worden sei, mit den Worten geantwortet: "Das passierte auf unterschiedliche Weise, nicht nur so." In unserem Film sei das Wort "nur" weggelassen worden, der Sinn mithin ins Gegenteil verkehrt. Wir haben damals, als der Film produziert worden ist, und jetzt noch einmal die beanstandete Passage von einem bei Gericht vereidigten albanischen Übersetzer prüfen lassen. Ergebnis: Wir haben völlig korrekt und wortgetreu übersetzt.

Absurd erscheint, dass der Mitarbeiter der Produktion, Besniak Hamiti, jetzt als Zeuge der Anklage auftritt. Wer genau ist Hamiti?

Herr Hamiti ist ein sogenannter Stringer, der die journalistische Arbeit vor Ort sowohl organisatorisch als auch mit gelegentlichen Recherche-Arbeiten unterstützt. Er ist freier Mitarbeiter des Bayerischen Rundfunks, und wurde uns von den Kollegen des BR für unsere Arbeit im Kosovo freundlicherweise zur Verfügung gestellt. Herr Hamiti war nur zum Teil in unsere Arbeit vor Ort eingebunden und hat die Dreharbeiten und Recherchen nur unvollständig miterlebt. Auch wir haben uns ein ganz klein wenig gewundert, dass er rund ein halbes Jahr nach der Produktion offenbar von einem Mitteilungsbedürfnis überwältigt worden ist.

Besniak Hamiti ist Albaner. Es wäre eine Überraschung, wenn Hamiti den Nato-Einsatz gegen die Serben nicht begrüßt hätte.

Die Arbeit vor Ort war professionell, auch die Zusammenarbeit mit Herrn Hamiti. Natürlich hat er eine eigene politische Meinung und ließ auch keine Zweifel, dass er die Luftangriffe der Nato rundum befürwortet. Aber das spielt doch für eine vertrauensvolle Zusammenarbeit keine Rolle. Dass Herr Hamiti sehr klare und eindeutige politische Positionen hat, empfand ich als anregend und hilfreich.

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