Medien : Kreisverkehr

Patricia Wolf

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„Das Aufziehen eines Kindes ist keine Spielerei.“ Das hätten Sie auch nicht gedacht? Dann brauchen Sie jetzt nicht weiter zu lesen. Für alle anderen könnte sich das kleine Bändchen lohnen. Was geschieht mit uns und unserem Leben, wenn wir ein Kind in die Welt bringen; und was sagt es über uns aus, wie wir das tun? Der Autor Wolfgang Pelzer, Vater von vier Kindern und Erzieher, will keinen weiteren Erziehungsratgeber liefern, sondern diese Fragen philosophisch umkreisen. Tod und Geburt, Zeitnot und Muße, Dankbarkeit und Schuld – das sind für ihn Schlüsselerfahrungen von Elternschaft. Leider hat sich der Autor zu viel vorgenommen. Über das bloße Umkreisen gelangt er nicht hinaus – wenn er sich dem Thema nähert, verliert er sich in Plattitüden oder biegt sich die Argumente zurecht. So heißt es, „Bildung bricht die Kruste des Normalen und Festgefahrenen auf… Der weit gewordene Horizont erst lässt es zu, die Querelen des Alltags mit Gelassenheit zu ertragen.“ Doch ist es nicht oft genau umgekehrt? Fällt es nicht gerade dem Ungebildeten oftmals leichter, sein Leben als gegeben hinzunehmen, mit all seinen Fährnissen? Ärgerlich wird das Büchlein, weil es durch und durch prätentiös ist, nicht nur durch die Zitierwut des Autors: „Puer nobis natus est. Ein Kind ist uns geboren.“ Bemüht werden unter vielen anderen Sophokles, Kant, Handke, Rousseau und Hegel. Auch das überstrapazierte Benutzen der rhetorischen Frage als Stilmittel nervt. Ganz unphilosophisch geurteilt: Hier jedenfalls kommt der Weltgeist nicht zu sich.

Wolfgang Pelzer: Kinder haben. Kleine Philosophie für Eltern.

Verlag C.H. Beck, München.

144 Seiten, 14, 90 €.

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