Medien : Kreuzberg, Lerchenberg

Dunya Halayi wird neue Co-Moderatorin im „heute-journal“ des ZDF

Pablo Silalahi

Dunja Hayali will Berlin treu bleiben. Auch wenn die Journalistin vom 30. April an in Mainz das „heute-journal“ im ZDF mit moderieren wird, wird sie ihre Wohnung in Kreuzberg nicht aufgeben. Geboren und aufgewachsen im ruhigen Datteln in Nordrhein-Westfalen hat Hayali seit einem Jahr in der Hauptstadt gemeinsam mit ihrem Hund Emma ihre neue Heimat gefunden. Und sie fühlt sich wohl in „ihrem Kiez“. Der Job hatte sie vor einem Jahr nach Berlin geführt. Für DW-TV, das Fernsehprogramm der Deutschen Welle, moderiert die 32-Jährige das „Journal“, ein tägliches Nachrichtenmagazin, das aus der Voltastrasse im Wedding in die ganze Welt gesendet wird, das allerdings in Deutschland nicht überall zu sehen ist. Ihre Moderation bei der „Welle“ wird sie auch in Zukunft nicht aufgeben.

Nur kommt nun eben noch die Tätigkeit für das ZDF hinzu. Seit dem 10. April moderiert Hayali dort bereits die Sendung „heute in Deutschland“, ein Magazin, das täglich um 14 Uhr über das Neueste aus den 16 Bundesländern berichtet. Und es macht ihr „tierischen Spaß“. Vom kommenden Montag an dann also das „ganz große Format“, das ZDF-Nachrichtenmagazin „heute-journal“. Zwar wird sie die Sendung „nur“ als Co-Moderatorin präsentieren – sie springt ein, wenn Gundula Gause im Urlaub oder krank ist –, dennoch hat sie „großen Respekt“ vor der neuen Herausforderung. „Bei der Welle moderiere ich ja eine Sendung, die man hauptsächlich im Ausland empfangen kann, nun bin ich auch in Deutschland zu sehen“, sagt Hayali.

Der damit einhergehenden Popularität sieht sie gelassen entgegen. „Meine Freunde sagen mir, dass ich vor der Kamera sowieso immer anders aussehen würde als sonst“, sagt sie. Die Möglichkeit, in Zukunft an der Supermarktkasse erkannt zu werden, scheint also gering. Mulmig zumute ist ihr nicht vor der neuen Aufgabe, aber aufgeregt sei sie schon, wenn sie demnächst auf einem der prominentesten Moderatorenstühle des deutschen Fernsehens Platz nehmen darf. Ihren ersten Einsatz hat sie an der Seite von „heute-journal“-Chef Claus Kleber. Als sie daran dachte, dass es dann zu Beginn der Sendung heißen wird: „Und nun das ,heute-journal’ mit Claus Kleber und Dunja Hayali“ musste sie „schon schlucken“, wie sie zugibt. Mit einem so erfahrenen Nachrichtenmann wie Claus Kleber in einem Atemzug genannt zu werden ist für Hayali, die das „heute-journal“ seit ihrer Kindheit kennt, so etwas wie ein Ritterschlag.

Bereits bei ihrem ersten Arbeitstag auf dem Mainzer Lerchenberg fühlte sich Hayali dort gut aufgehoben. Die „heute“-Redaktion gab ihr das Gefühl, als würde sie den Job schon länger machen. Das liegt sicher auch an der Routine, die sie in ihrem Heimatsender gelernt hat. „Ich bin ein Kind der Deutschen Welle“, sagt Hayali nicht ohne Stolz. Seit einem Praktikum in der Sportredaktion beim Radio der Deutschen Welle ist sie dem Sender verbunden.

Dunya Hayali ist das Kind irakischer Eltern. Das ist ein Novum im deutschen Fernsehen. Auf die Frage, ob es sie denn nerve, immer als „die Irakerin“ in den Medien genannt zu werden, antwortet sie selbstbewusst: „Sicher hat es für das ZDF auch eine Rolle gespielt, dass ich über einen Migrationshintergrund verfüge, aber wenn meine sonstigen Qualifikationen nicht gestimmt hätten, säße ich auch nicht auf diesem Stuhl.“

Für Hayali sind die Medien ein „Spiegelbild der Gesellschaft“, und da es in Deutschland eben auch Einwanderer gäbe, ist es für sie auch nur eine logische Konsequenz, dass Menschen mit Migrationshintergrund in den Medien tätig sind. Auch vor der Kamera. Gerne würde sie für das ZDF auch in die Heimat ihrer Eltern, den Irak fahren, um den Menschen in Deutschland zu zeigen, dass dieses Land nicht nur aus Krieg und Terror besteht, sondern dass der Alltag auch im Land am Tigris von allzu Menschlichem bestimmt ist.

Aber bevor sie ihren Flug nach Bagdad buchen wird, steht am Montag erst einmal ihre Premiere beim „heute-journal“ an. Besonders vorbereiten wird sie sich auf den Tag nicht. „Ich werde mich morgens mit meinen Freunden treffen und ein bisschen mit meinem Hund Gassi gehen. Gegen 14 Uhr werde ich im Sender auf dem Lerchenberg erscheinen und mich auf den Abend vorbereiten.“ Um 21 Uhr 45 wird es in rund vier Millionen Wohnzimmern heißen: „Und nun das ,heute-journal’ mit Claus Kleber und Dunja Hayali.“

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