Medien : Krieg als Abenteuer

Ein ARD-Zweiteiler über die kaiserliche Marine

Thomas Gehringer

Was haben Marinesoldaten in der Wüste zu suchen? Wenn man es gut meint mit dem ARD-Zweiteiler „Unter kaiserlicher Flagge“, könnte man sagen: Hier macht ein starkes Bild, schön gezeichnet in warmem Ockergelb, neugierig auf die Geschichte dahinter. Der Untergang der kaiserlichen Marineflotte im Ersten Weltkrieg schrumpft in dieser Dokumentation allerdings auf das Format zweier Abenteuergeschichten, schick erzählt mit vielen Spielszenen, digitalen Tricks und einem schwer unterscheidbaren Mix aus alten Spiel- und Marine-Lehrfilmen sowie historischem Filmmaterial.

Autor und Regisseur Jürgen Stumpfhaus stellt zwei Schiffe und ihre beiden Ersten Offiziere in den Mittelpunkt. Im ersten Teil „Die Karawane der Matrosen“ wird noch einmal die SMS „Emden“ zerschossen, die im Indischen Ozean mehr als 30 Frachter versenkt und den Nachschub der Briten empfindlich gestört hatte. Ihr Erster Offizier Hellmuth von Mücke ist eine interessante und weniger bekannte Figur der Zeitgeschichte. Im zweiten Teil „Hetzjagd vor Kap Hoorn“ am nächsten Montag erzählt Stumpfhaus vom Kreuzer „Dresden“, dem letzten Schiff aus dem Geschwader von Graf Spee, der von den Briten vor Südamerika aufgebracht wurde. Dessen Erster Offizier, Wilhelm Canaris, wurde später Spionagechef unter Hitler und noch später als Sympathisant des Widerstands hingerichtet.

„Unter kaiserlicher Flagge“; ARD, 1. Teil am Montag, 2. Teil am 11. Dezember, jeweils 21 Uhr

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